Automatensteuer

Online Automatensteuer in Deutschland – was wird mit Tischspielen – kommt eine Live Casino Steuer für Roulette, Blackjack und Baccarat? (Bild von Capri23auto auf Pixabay)

Dem Bundesrat wurde durch das Land Nordrhein-Westfalen ein Gesetzesantrag zur Anpassung des Rennwett- und Lotteriegesetzes am 10. März 2021 vorgelegt. Eine Automatensteuer in Deutschland soll durch diesen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht werden, der vorsieht, Ihren Spieleinsatz als Bruttobetrag zu werten. In der Folge müssen Sie beim virtuellen Automatenspiel Steuern bezahlen, die direkt von Ihrem Einsatz zu entrichten sind. Die Steuerschuld liegt hier beim Glücksspielanbieter, der den geltenden Spielautomaten Steuersatz an das zuständige Finanzamt abführen muss. Auf Tischspiele geht der Antrag zur Gesetzesänderung allerdings nicht ein, wir wollen uns dennoch mit dem Steuerthema hinsichtlich Live Casinos in Deutschland auseinandersetzen.

Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland

Im Zuge der geplanten Automatensteuer in Online-Casinos ist auch vorgesehen, Pokerspiele zu besteuern. Vorgesehen ist, in beiden Fällen auf den Bruttospielbetrag einen Steuersatz zu erheben. Dieser wird demzufolge immer auf die Spieleinsätze fällig. Steuerfreies Online-Glücksspiel wird es in Deutschland somit nicht mehr geben. Vorgesehen ist laut der Gesetzesvorlage aus Nordrhein-Westfalen ein Steuergesetz in die Wege zu leiten, welches im Rahmen der bereits bestehenden Lotteriesteuer das Automatenspiel als das sogenannte kleine Spiel sowie auch das Online-Pokerspiel besteuert. Alle vom Spieler vorgenommenen Einsätze werden somit steuerpflichtig, sofern der Bund im Einklang mit den Landesparlamenten die Spielautomaten Steuern befürwortet.

Bereits Ende 2020 wurde publiziert, dass einzelne Landesparlamente gemeinsam daran arbeiten, mit der Einführung des neuen Glücksspielgesetzes eine Besteuerung einzuführen. Darin sollten alle Gelder einbezogen werden, die zur Erlangung von potenziellen Gewinnchancen in Online-Casino in Anspruch genommen werden. Damals wurde die Automatensteuer noch mit einem Steuersatz von 8 Prozent bewertet und auf Online-Poker 5,3 Prozent. Im Gesetzentwurf aus NRW geht es nun konkret um einen online Spielautomaten Steuersatz von 5,3 Prozent. Mit Inkrafttreten des Steuergesetzes muss der Glücksspielanbieter monatlich sämtliche Beträge aus der Automatensteuer sowie auch Pokersteuer an das örtliche Finanzamt abführen.

Noch handelt es sich um einen Gesetzesentwurf, doch es sollte jedem klar sein, dass eine Glücksspielsteuer für alle Glücksspielarten kommen wird. Angesichts der terrestrischen Spielbankenabgabe bleibt dem Staat gar nichts anderes übrig. Am Ende bleiben für Sie jedoch alle Gewinne steuerfrei, was nicht in allen Ländern der Fall ist.

Automatensteuer in Deutschland und was wird aus den Tischspielen?

Beim Thema Großes Spiel halten sich die Entscheidungsträger aus der Politik immer noch bedeckt. Über die Gründe dafür können wir nur spekulieren. Ganz oben steht die Spielbankenkonzession, die jedes Bundesland selbst vergibt. Als Berechnungsgrundlage für Bruttospielerträge dienen die Differenzen der geleisteten Spieleinsätze sowie die ausgezahlten Gewinne. Dementsprechend ist der Bruttospielbetrag die wichtigste Kennzahl bei der Umsatzberechnung von terrestrischen Spielbanken in Deutschland. Die Höhe der Abgaben ist in allen Bundesländern unterschiedlich geregelt, wobei eine Umsatzsteuerpflicht bei den Bruttospielerträgen besteht. Damit es hierbei zu keiner Doppelbesteuerung kommt, wird in der Regel über die Spielbankenabgabe die Umsatzsteuer beglichen.

Die Abgabe sollte bestmöglich im Bereich von 80 Prozent des Bruttospielertrags liegen, was das Wirtschaften in den Spielbetrieben nicht gerade einfach gestaltet. Nun kommen wir zu dem Teil, warum Online-Tischspiele und Live Casino Spiele sehr wahrscheinlich vom Gesetzgeber her nicht im selben Umfang regulatorisch im neuen Glücksspielvertrag erfasst werden wie Slots und Poker. Es besteht die Sorge, dass die Länder ihre vorzügliche Monopolstellung verlieren könnten, was die staatlich konzessionierten Spielbanken betrifft, wenn die Angebote deutschlandweit privatisiert werden. Damit könnte auch die Spielbank vor Ort Konkurrenz bekommen. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass Casino Spiele voneinander getrennt werden sollen.

Die Konzessionierung von Live Casinos, die auch virtuelle Tischspiele anbieten, soll in einem anderen Rahmen erfolgen als es mit den Spielautomaten vonstattengeht. Eigentlich soll jedes Bundesland selbst entscheiden dürfen und nur begrenzt Lizenzen vergeben. Diese wären dann auch nur im Land gültig. Ob es sich allerdings umsetzen lässt, Berlin Live Casinos, NRW Live Casinos und Bayern Live Casinos ausschließlich für Bewohner des Bundeslandes anzubieten, das bleibt abzuwarten. Zunächst muss in Berlin über den Antrag aus NRW zur Automatensteuer bis zum 26.03.2021 eine Entscheidung getroffen werden.

Kommt die Live Casino Steuer?

Zunächst einmal muss der Glücksspielstaatsvertrag von wenigstens 13 Ländern ratifiziert und folglich unterzeichnet werden. Hierbei haben zuletzt die Landesparlamente in Berlin und Thüringen ihre Unterschrift unter den Staatsvertrag gesetzt, damit sind noch vier Unterschriften notwendig, um die Glücksspielregulierung ab 1. Juli 2021 wie geplant umzusetzen. In einigen Parlamenten wird der neue Staatsvertrag zum Glücksspielwesen, also noch demnächst, Thema werden. Im Hintergrund wird bereits die neue und erste Glücksspielbehörde installiert, die in Halle sitzen wird. Gleichzeitig arbeiten Bund und Länder an einer vertretbaren Besteuerung von Automatenspielen und Poker. Das Live Dealer Casino findet keine Erwähnung.

Es scheint auch schwierig umsetzbar, den Spieleinsatz beim Roulette oder Blackjack zu besteuern. Diese altbewährten Glücksspiele haben einen sehr geringen Hausvorteil, der gleichermaßen mit den Gewinnchancen verbandelt ist. Beim Blackjack kann die Auszahlungsquote je nach Spielverhalten bei über 98 Prozent liegen, da bleibt kein Platz für eine 5,3 Prozent Steuer. Andererseits könnte der Fiskus auch das Chancenverhältnis für eine Steuerabgabe kippen, was allerdings einen gravierenden Einschnitt in das jeweilige Glücksspiel bedeuten würde.

Ist die Automatensteuer auch auf Tischspiele anwendbar?

Nehmen wir auch das Beispiel Europäisches Roulette zur Hand mit einem RTP von 97,3 Prozent. Es wird in jedem Fall schwierig, für Casino Anbieter eine vergleichbare Abgabe zur Automatensteuer umzulegen, vorausgesetzt es kommt zur Live Casino Legalisierung. Derzeit ist eher damit zu rechnen, dass zum Monopolerhalt jedes Land für sich entscheidet und hier könnte die Steuerabrechnung wie in den terrestrischen Casinos über die Spielbankenabgabe erfolgen. Vielleicht kommt es auch zu einer separaten Roulette Steuer und Blackjack Steuer, aktuell scheint es noch keinen Konsens zu geben.

Klar ist auch, dass immer mehr seriöse Online Casinos den deutschen Markt verlassen. Unter dem Deckmantel der Kanalisierung und Spielerschutz werden zunehmend mehr Regeln aufgestellt, die es für Unternehmen als wirtschaftlich nicht mehr tragbar gestaltet, in Deutschland Online Casinos legal zu betreiben. Live Casinos müssen auf unbestimmte Zeit abgeschaltet und in Zukunft separiert werden, Einsatzlimits sind zu beachten und eine äußerst fragwürdige Spielerdatenbank wird angelegt.

Betreiber müssen diese über die Regulierungsbehörde buchstäblich mit Daten füttern, um problematisches Spielverhalten zu erkennen und Einzahlungsgrenzen anbieterübergreifend umsetzen zu können. Das war nur ein Bruchteil dessen, was sich die deutsche Politik ausgedacht hat. Die Automatensteuer ist nur das i-Tüpfelchen, wobei hier davon auszugehen ist, dass ein Großteil der Spieler kein Problem hat, auf eine 5,3 Prozent höhere Gewinnchance zu verzichten oder eben mit weniger Geld zu spielen als ursprünglich eingesetzt wurde.

Fazit: Dass eine Poker- und Automatensteuer eingeführt wird, daran gibt es keine Zweifel. Eine Tischspiel Steuer ist relativ unwahrscheinlich, unter der Voraussetzung, dass bestehende Konzessionsinhaber in den Bundesländern wie Merkur Gauselmann, Westspiel oder Novomatic Live Casinos betreiben. Unter dieser Maßgabe ist vorstellbar, dass über die ohnehin geltende Spielbankenabgabe über die Bruttospielerträge die steuerliche Bewertung erfolgt. Sollte es wiedererwartend eine Live Casino Öffnung geben, die es ermöglicht in ganz Deutschland zu agieren, dann wird die Steuerdebatte sicher wieder aufgenommen.

Über den vollständigen Gesetzesantrag des Landes Nordrhein-Westfalen können Sie sich auf der folgenden Seite informieren!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bislang keine Stimmen! Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag bewertet.