Bankberater zockt

Bankberater zockt auf Kosten von Bankkunden! (Bild von Pictavio auf Pixabay)

Im nordrhein-westfälischen Kurort Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke verurteilt das zuständige Amtsgericht einen Bankkundenberater wegen Betrugs. Der 27 Jahre alte Angeklagte hat nach seiner Selbstanzeige vor Gericht den Tatbestand eingeräumt, Gelder von mehreren Bankkunden abgezweigt zu haben, um in Online Live Casinos zu spielen. Da der Mann Reue zeigte, familiäre Probleme hat und an Spielsucht leidet, ließ der Richter ihn mit Bewährung davonkommen.

Bankberater zockt und veruntreut knapp 30.000 €

Eine genaue Aufschlüsselung der Veruntreuung konnte der Bankangestellte nicht liefern. Er gab lediglich an, einen Großteil der unrechtmäßig erworbenen finanziellen Mittel ins Glücksspiel im Internet investiert zu haben. Nachweisbar ist hingegen, wie und wie viel Geld er von Bankkunden entwendet hat. Mit einer Bewährung ist der Beschuldigte gut weggekommen, denn die Dreistigkeit, von Kundenkonten als Angestellter Geld abzuzweigen, ist schon ein starkes Stück. Die Straftaten gingen im Juli letzten Jahres los und fanden im Januar 2020 ein Ende.

In dieser Zeitspanne hat der Kundenberater nachweislich 7 Mal auf Girokonten von zwei Bankkundinnen zugegriffen und dabei immer Beträge von 2.500 bis 7.500 Euro an sich selbst überwiesen. Die Staatsanwaltschaft hat für dieses Vergehen sogar eine höhere Strafe gefordert, als der Richter am Ende erließ. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der schuldige Kundendienstmitarbeiter die Taten begangen hat und die Bewährung auf neun Monate festgelegt. Darüber hinaus bekommt der Spielsüchtige 80 gemeinnützige Arbeitsstunden aufgebrummt.

Verdächtiger zeigt sich selber an

Die Machenschaften des Angestellten sind erst herausgekommen, als einer Kundin aufgefallen ist, dass über Monate insgesamt 18.500 Euro von ihrem Konto abgebucht wurden. Dabei hatte sie selbst keine Überweisungsaufträge ausgefüllt oder sonstige Zahlungsanweisungen aufgegeben. Daraufhin legte Sie Beschwerde bei ihrer Hausbank ein, die unverzüglich eine Untersuchung in die Wege leitete. Es dauerte nicht lange, die Buchungsvorgänge der betroffenen Konten aufzuschlüsseln.

Schlussendlich führten alle Transaktionen direkt zum Bankkonto des eigenen Angestellten, der selbstverständlich zur Rede gestellt wurde. Ihm wurde sein unrechtes Handeln verdeutlicht und im Zuge dessen hat er unter anwaltlicher Betreuung eine Selbstanzeige getätigt. Im Rahmen des Gerichtsverfahrens zeigte er Reue und verwies auf seine familiäre Situation, die ihn aus der Bahn geworfen hat. Letztlich waren Online Live Casinos für ihn ein Zufluchtsort, wo alles in gewohnten Bahnen verlief.

Die Betroffenen wurden bereits entschädigt

Als der Bankberater mit dem Verdachtsmoment, Geld von Kundenkonten zu veruntreuen, vonseiten des Arbeitgebers konfrontiert wurde, hat der Beschuldigte den Sachverhalt sofort bestätigt. Gleichzeitig aber auch auf seine Krisensituation hingewiesen und eingeräumt, das entwendete Geld in jedem Fall zurückzuzahlen. Das ist bereits im Vorfeld des Verfahrens wegen gewerbsmäßiger Veruntreuung geschehen, weshalb der Richter zu Recht Milde walten ließ, im Vergleich zur generell im deutschen Rechtsstaat unverhältnismäßig konservativen staatsanwaltlichen Rechtsauslegung.

Zudem kommt der Fakt, dass der Schuldige in der Auffassung der Rechtsprechung sich auf einem guten Weg befindet und in einem neuen beruflichen Umfeld etablieren konnte. Durch die Inanspruchnahme außenstehender Hilfe hat der ehemalige Bankangestellte darüber hinaus auch seine Probleme mit dem Glücksspiel in den Griff bekommen.

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