Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder

Meilenstein: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder geht mit eigener Interseite online! (Bild von gluecksspiel-behoerde.de)

Dies ist ein kleiner Schritt für eine staatliche Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, aber ein riesiger Sprung für die ersten Lizenzen in Deutschland. Nach Beginn der Duldungsphase zum Übergang ins regulierte Online-Glücksspiel im Oktober 2020 haben sich die Länderchefs ziemlich schnell für eine Aufsichtsbehörde entschieden, die bundesweit den gesetzlichen Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages vertreten soll. Mit Inkrafttreten des Regelwerks zum 1. Juli 2022 hat auch die zuständige Behörde in Hallen, Sachsen-Anhalt ihre Arbeit aufgenommen. In der Praxis hat es bisher jedoch keine Auswirkungen gegeben, was die Tätigkeiten der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) betrifft. Vielmehr ist Stirnrunzeln Programm, denn frühstens 2023 ist die Regulierungsbehörde einsatzbereit, um den Gaming-Markt grenzüberschreitend bundesweit zu regulieren!

Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder präsentiert Internetauftritt

Der Glücksspielmarkt ist seit nunmehr gut acht Monaten reguliert, allerdings nur auf dem Papier. Eine Deutsche Lizenz hat noch kein Anbieter für virtuelles Automatenspiel oder für das Veranstalten von Online-Pokerrunden erhalten. Währenddessen haben die ersten Bundesländer bereits Fortschritte gemacht, was die Lizenzierung von Online Casinos betrifft. Hierzu noch einmal kurz erklärt: Als Online Casino oder auch Live Casino darf sich in Deutschland nur ein Anbieter bezeichnen, der eine Konzession in einem Bundesland besitzt und entsprechend eine Erlaubnis, Casino Spiele wie Roulette, Blackjack oder Baccarat anzubieten.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder wird in Ihrer Funktion als landesweite Aufsichtsbehörde sowie auch maßregelnde Institution ausschließlich Lizenzinhaber mit Genehmigung für das virtuelle Automatenspiel und Poker im Internet regulieren. Um dieser Aufgabe nachkommen zu können, wird im laufenden Jahr eine Verwaltungsstruktur implementiert, auf deren Basis der Glücksspielmarkt umfassend kontrolliert werden kann. Aktuell besteht noch ein akuter Mangel an Sachbearbeitern, wie aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hervorgeht.

Anstalt des öffentlichen Rechts

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (kurz GGL) wird sich umfassend mit Themen wie Spielsucht, Prävention und den allgemeinen Interessen des Marktes widmen. Eine wesentliche Zielsetzung der Institution mit Aufsichtspflichten sowie auch als Vollzugsbehörde bei Zuwiderhandlung ist den Spielerschutz auf einem hohen Niveau anzusiedeln. Hierzu ist der Jugendschutz ein omnipräsentes Thema und die Forschungsarbeit, um präventive Maßnahmen auszuarbeiten sowie aktuell den Glücksspielmarkt zu informieren. Die Glücksspielaufsichtsbehörde will letztlich als erster Ansprechpartner für die Branchenakteure der Industrie fungieren und bei Problemen zwischen Kunde und Anbieter vermitteln.

Hierfür ist noch einiges an Basisarbeit zu leisten, wobei viele Informationen bereits auf der neuen Webseite verfügbar sind. Unternehmen, die sich für eine Lizenz interessieren oder als Provider am Markt tätig sein möchten, haben die Möglichkeit, sich über die GGL-Seite zu informieren. Bis zur vollen Bereitschaft dient der Internetauftritt mehr als Quelle für Nachrichten rund um den iGaming-Markt, denn laut Website ist erst ab dem 01.01.2023 vorgesehen umfassend bundesweit zu regulieren. Mit der Zeit so berichtet Ronald Benter, als Vorstand der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, ist vorgesehen ein kompetentes Zentrum zu entwickeln, welches landesweit als Forschungsplattform für Online-Glücksspiel in Deutschland fungiert.

Auf der Internetseite wird durch die Regulierungsbehörde bereits fett gedruckt darauf hingewiesen, dass ab dem 01. Juli 2022 gegen Online Casinos ohne deutsche Lizenz rechtlich vorgegangen wird. Gleiches gilt für Werbung im Zusammenhang mit Glücksspiel. Blicken wir auf die Niederlande sowie Großbritannien, wo es normal ist als staatliche Glücksspielbehörde beinahe jeden Monat Geldstrafen zu erlassen, dann dürfte das im Bußgeld-Dschungel-Deutschland ein Hauptaufgabengeld werden. Jeder Anbieter ohne Lizenz, der deutsche Spieler akzeptiert, wird mit Strafen belegt. Lizenznehmer, die sich nicht an die Regeln halten, werden ein Bußgeld erhalten und im schlimmsten Fall die Lizenz verlieren.

Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder

Bildquelle: Screenshot gluecksspiel-behoerde.de

Bindeglied zwischen Glücksspielindustrie, Politik und NGOs

Glücksspiel ist ein extrem weitläufiger Begriff und im Internet ein sich ständig im Wandel befindendes Gut, das nach einer Koordinierungsstelle verlangt. So sieht es zumindest die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder. Bisher arbeiten Wettportale, Casino Anbieter und andere Veranstalter von Spielformen mit einer Gewinnmöglichkeit oft mit Organisationen zusammen, die sich außerhalb staatlicher Kontrollen bewegen. Deren Leistungen sind selbstverständlich seriös, doch mangelt es an Einfluss, was die Kontrollbehörden im Glücksspielwesen betrifft. Die deutsche GGL hat sich hierfür vorgenommen zu vermitteln.

Die politischen Interessen in Deutschland werden sich mit den ersten Online-Glücksspiel Erfahrungen, wie Zahlen aus den Spielautomaten Steuern sowie der für Online Spielbanken sich noch in Planung befindlichen Abgaben von Bruttospielerträgen immer wieder ändern. Der Glücksspielstaatsvertrag ist erst der Anfang, was in Zukunft noch folgt, das wird Spieler und Glücksspielanbieter gleichermaßen betreffen. Zusätzlich werden sich Themen zu Sucht und Prävention und Verbänden, die sich damit befassen, immer weiterentwickeln.

In der GGL Whitelist können Sie informieren, welche Anbieter und Veranstalter gemäß GlüStV 2021 über eine Genehmigung oder Lizenz verfügen!

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