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Playtech entscheidet über Umzug von der Isle of Man nach Großbritannien bei der Jahreshauptversammlung am 18. Dezember 2020! (Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay)

Für Playtech ist die Isle of Man als Lizenzgeber und steuerrechtlicher Standort zugleich. Das soll sich nach Vorstellungen des Vorstands im Jahr 2021 ändern. Der Technologieriese plant für das kommende Jahr einen Standortwechsel und will auf das britische Festland umziehen. Damit würde das Unternehmen seinen Gründungsort im selbstverwalteten Kronbesitz inmitten der Irischen See endgültig verlassen. Dies würde dem Unternehmen insgesamt einen Vorteil verschaffen, da die meisten Aktionäre ohnehin aus Großbritannien stammen.

Vorteile für Playtech in Großbritannien

Der Umzug würde es dem Unternehmen der Gaming-Branche ermöglichen, Vorstandssitzungen im Vereinigten Königreich abzuhalten. Außerdem kann der Vorstand dort gemeinsam Entscheidungen mit allen Beteiligten treffen und Aktionärsversammlungen im Land abhalten, wo die meisten Aktionäre wohnhaft sind. Dies würde dazu beitragen, eine stärkere Beteiligung bei wichtigen Entscheidungen der Aktionäre zu erreichen. Somit können Vorstandsbeschlüsse mit weniger großem Aufwand und häufiger zu wichtigen Themen des Konzerns mit allen Aktionären getroffen werden.

Der aktuelle Standort in der Irischen See auf der Isle of Man ist dafür ungeeignet, da die Anreise für viele Vorstandsmitglieder sowie Aktionäre aus Großbritannien eine recht große Aufwendung mit sich bringt. Daher ist der Vorschlag, auf das britische Festland umzuziehen, eine legitime Angelegenheit, die den Vorstand seit längerer Zeit beschäftigt. Der akute Handlungsbedarf entstand zudem durch die Corona-Pandemie, die es zusätzlich erschwert hat, gemeinsame Sitzungen im Unternehmensstandort abhalten zu können aufgrund der virusbedingten Einschränkungen.

Umzug steht auf der Agenda zur Jahreshauptversammlung

Der neue Vorschlag, den Standort des Unternehmens Playtech nach Großbritannien zu verlegen, steht am 18. Dezember auf der Hauptversammlung zur Debatte. Bei dem Zusammenkommen des Vorstands sowie der Hauptaktionäre auf der Isle of Man werden die Entscheidungsträger darüber abstimmen, ob Playtech seinen Gründungsort verlässt oder weiterhin seine Entscheidungen von Douglas von der Isle of Man aus trifft. Es ist unabhängig von dem Beschluss davon auszugehen, dass der Standort Isle of Man erhalten bleibt, was die Abteilungen für Entwicklung und sonstige unternehmerische Bereiche betrifft.

Allerdings soll der Hauptsitz nach Großbritannien verlagert werden, um in Zukunft einfacher auf Vorstandsebene Entscheidungen zu treffen und dabei auch die Mehrheit der Aktionäre mit einbinden zu können. Für den Großteil ist die Anreise auf die Isle of Man schlichtweg zu aufwendig, weshalb es schwierig ist für Playtech alle Aktionäre bei wichtigen Entscheidungen zusammenzubekommen.

Playtech unterzeichnet Wachstumsdeal

Zwischen Umzugsplänen und Umsatzdiskussionen hat Playtech einen neuen Deal mit Casumo vereinbart, um seine Spielautomaten und Live Casino Inhalte mit dem Betreiber in Schweden, Dänemark, Spanien und dem Vereinigten Königreich einzuführen. Das Portfolio von Playtech wird zunächst im Casumo Casino online gehen, bevor es Anfang 2021 in weiteren Online-Casinos der Unternehmensgruppe live geschalten wird. Die Übereinkunft enthält keine Abstriche, was die Auswahl an Casino Spielen betrifft, die komplette Bandbreite wird live gehen, um den Kunden das Beste von Playtech anbieten zu können.

Damit reagiert Playtech auch auf die rückläufigen Umsätze im stationären Geschäft, was durch die Gesundheitskrise zu erheblichen Einbußen führte. Das liegt hauptsächlich an dem großen Umsatz, den Snaitech Wettbüros in Italien einbringen. Diese Wettgeschäfte sind natürlich über Monate weggebrochen und haben somit für Umsatzverluste gesorgt. Die Partnerschaft mit Casumo Online Casinos wird hierbei zu neuen Umsätzen im Onlinebereich führen, die sich allerdings erst im neuen Jahr auf die Quartalszahlen auswirken werden.

In der Krise schneller handeln können

Im September meldete Playtech einen Umsatzrückgang von 22,5 Prozent im Jahresvergleich für die erste Hälfte des Jahres 2020. Nach einem starken Start in das erste Quartal kam ein rapider Einbruch, der durch die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus abrupt gestoppt worden ist. Der Umsatz für die ersten sechs Monate bis zum 30. Juni 2020 fiel auf 564,0 Millionen Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum stand hier ein Umsatz von 728,8 Millionen Euro.

Selbst die starke Leistung der Finanzabteilung TradeTech konnte den B2B-Rückgang von 13,5 Prozent nur bedingt schmälern, während die B2C-Umsätze sogar um 41 Prozent eingebrochen sind. Vor diesem Hintergrund möchte der Vorstand in Zukunft schneller handeln können und da scheint der aktuelle Standort Isle of Man nicht optimal geeignet zu sein, da die Handlungsbefugten fast ausschließlich vom Festland stammen.

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