US-Sanktionen

Evolution Gaming verliert 3 Mrd. Dollar an Börsenwert nach Anschuldigung gegen US-Sanktionen zu verstoßen! (Bild von BestGraphics_Com)

Das schwedische Top-Unternehmen Evolution AB hat am Mittwoch rund 3 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren, nachdem eine US-Anwaltskanzlei den Live Casino Marktführer beschuldigt hat, in Ländern wie dem Iran gegen die amerikanischen Sanktionen verstoßen zu haben. Der Anbieter von Live Dealer Casinos sowie auch Online-Spielautomaten sieht sich mit mehreren Anschuldigungen konfrontiert, wonach der Konzern Dienstleistungen auf dem Schwarzmarkt wie dem Iran und Syrien anbietet. Für die Entwicklung in dem Zukunftsmarkt USA ist das natürlich fatal, gerade vor dem Hintergrund gegen US-Sanktionen zu verstoßen, das kann sich langfristig auf Lizenzen auswirken und Evolution immensen Schaden zu fügen.

Evolution verliert 3 Milliarden Dollar an Marktwert wegen illegaler Glücksspiele

Der Hersteller von Online Slots, Live Roulette Spielen und Gameshows ist schnell gewachsen, als immer mehr Menschen sich während der Pandemie dem Online-Glücksspiel zuwandten. Die Vereinigten Staaten wurden zu einem Hauptziel erklärt, da mehr und mehr Leute im Zuge der pandemischen Krise Roulette, Blackjack und Co online spielen. Aufgrund dessen haben einzelne Bundesstaaten schneller Online Casino zugelassen, als es ursprünglich der Plan war, wobei es im Bereich der Sportwetten noch schneller zur Sache geht. Eine von einem Konkurrenten von Evolution angestoßene private Ermittlung hat zu Anschuldigungen geführt, dass der Glücksspielgigant illegal in Ländern wie dem Iran, Syrien, Sudan, Hongkong und Singapur tätig ist.

Das Ergebnis einer Privatermittlung, die angeblich von einem anonymen Konkurrenten des Anbieters Evolution eingeleitet wurde, ist, dass ein Jurist den Glücksspielriesen beschuldigt, in einigen Märkten illegal zu operieren, darunter in Ländern, die unter US-Sanktionen stehen. Einem Bericht von Bloomberg News vom Dienstag (17.11.2021) zufolge hat Ralph Marra, Senior Counsel bei Calcagni & Kanefsky LLP, die Beschwerde Ende letzter Woche schriftlich bei der New Jersey Division of Gaming Enforcement (DGE) eingereicht. Laut Bloomberg-Quellen, die ungenannt bleiben möchten, enthüllte das Schreiben, dass Marra im Namen von namentlich nicht genannten Privatdetektiven arbeitet, die von einem Konkurrenten des in Stockholm ansässigen Provider beauftragt wurden.

Es lässt hierbei nur spekulieren, wer dahinterstecken könnte. Da es von den USA ausgeht ist der Kreis jedoch überschaubar, da nur wenige Live Casino Anbieter aktiv in den Staaten sind. Allerdings sind neben namhaften Softwareanbieter wie Playtech auch neue Provider am Start mit Ambitionen. Schließlich hat das Las Vegas Unternehmen Scientific Games zuletzt Authentic Gaming gekauft, um selbst im Live Casino Markt tätig zu werden. Wir müssen also abwarten, bis der Drahtzieher hinter dem Angriff auf Evolution bekannt wird

Verstößt Evolution gegen US-Sanktionen?

Die Firma soll wohl Wetten im einst sanktionierten Sudan angenommen haben, heißt es im Schreiben des Anwalts. Privatdetektive haben ebenfalls aufdecken können, dass im Iran und in Syrien – beide Länder stehen derzeit auf der schwarzen Liste der US-Sanktionen – auf die Spiele von Evolution zugegriffen werden konnte. Auf dieselbe Weise werden auch Einsätze im ehemals sanktionierten Sudan akzeptiert. Während eines Gesprächs mit einem verdeckten Ermittler, so heißt es in dem Bericht, soll ein leitender Angestellter von Evolution enthüllt haben, dass Mitglieder der Familie des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu den Spielern von Evolution in dem Land des Nahen Ostens gehörten.

Evolution weist die Behauptungen jedoch entschieden zurück. In einer E-Mail, die Carl Linton, der Leiter der Abteilung Investor Relations bei Evolution, an Bloomberg schickte, dementierte er die in Marras Beschwerde aufgestellten Behauptungen: „Evolution hält sich strikt an alle geltenden Gesetze und Vorschriften“. Der B2B-Anbieter von Live Casino Spielen, Evolution, hat einen Marktwert von über 35 Milliarden Dollar und kann im Ernstfall durch Verstöße gegen US-Sanktionen als börsennotiertes Unternehmen hart getroffen werden, wenn wir nur auf die sich entwickelnde Marktpräsenz in den USA schauen.

Zu den Betreibern, die Evolution Spiele in einzelnen US-Bundesstaaten anbieten, gehören die großen Casino-Marken BetMGM, William Hill, DraftKings, Rush Street, FanDuel und TwinSpires – Bet America. Im vergangenen Monat eröffnete Evolution ein Live Casino Studio in New Jersey für Penn Interactive und dessen Barstool Sportsbook & Casino-Plattform. New Jersey ist nur einer von mehreren US-Bundesstaaten, in denen Evolution eine Betriebslizenz besitzt. Mit der Erlaubnis in den USA Glücksspiel online anbieten zu können, gehen einige sehr strenge Richtlinien einher, die mit dem aktuellen Fall an Brisanz gewinnen können.

Die Regulierungsbehörden verlangen von den Lizenznehmern einen „guten Charakter, Ehrlichkeit und Integrität“, wozu auch gehört, dass sie nicht auf illegalen Märkten tätig sind, heißt es in Marras Anschuldigungen an die DGE von New Jersey. Ein Sprecher der DGE lehnte eine Stellungnahme ab und berief sich dabei auf die entsprechende laufende Vorgehensweise.

Auch Europa wird zum Thema

In dem Dokument von Marra wird auch erklärt, dass die Ermittler sich selbst beim Spielen von Evolution Spielen über Internetadressen in zwei Ländern, in denen Online-Wetten illegal sind, unter anderem in Singapur und Hongkong, aufgezeichnet haben. In der schriftlichen Anschuldigung heißt es weiter, dass Evolution auch nicht lizenzierten Dritten Live Online Casinos erlaubt, seine Produkte in Italien, Spanien und Schweden anzubieten. Die Ermittler benutzten Bitcoin, um Geld einzuzahlen und Gewinne vom Casino-Konto abzuheben. Um ihre Recherchen zu dokumentieren, haben die Fahnder Videoaufnahmen erstellt, die Bloomberg News vorliegen sollen. In Singapur und Hongkong nutzten die Ermittler Bitcoin, um Einzahlungen und Auszahlungen zu tätigen, heißt es in dem Schreiben. Carl Linton von Evolution hat in seinem Statement auch zu dieser Thematik Stellung bezogen und klargestellt, dass die Online Casino Anbieter als Betreiber entscheiden, wo sie die Produkte von Evolution anbieten.

„Wir haben keine direkte Beziehung zu den Spielern und sind nicht in die Handhabung der Geldströme der Spieler involviert. Wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel, um Spiele aus bestimmten Ländern zu blockieren, einschließlich der Länder, die auf den in dem Artikel genannten Sanktionslisten stehen“. Evolution vermarktet seine Produkte nach eigenen Angaben nur an Glücksspielanbieter mit offiziellen Lizenzen in Märkten, in denen Online-Wetten legal sind.

Evolution besitzt oder kontrolliert keinen der Betreiber. Ein Evolution Live Casino gibt es als eigenständige Seite nicht. Die Live- und RNG-Tischspiele werden vermarktet und den Vertrieb an den Endkunden übernehmen die Casino Anbieter. Es besteht keine direkte Beziehung zu den Spielern und daher erhält Evolution auch kein Geld. Die Margen werden mit den Betreibern ausgehandelt, die wiederum gegen US-Sanktionen verstoßen, wenn diese Kunden aus entsprechenden Regionen akzeptieren.

Generell dürfte dieses Thema speziell in den USA weiter an Brisanz gewinnen. Der Markt ist hart umkämpft und nur wenige Provider halten sich wie Novomatic, Merkur Gauselmann oder Playtech an die Spielregeln. Die meisten arbeiten mit Online Casinos zusammen, die zum Beispiel in Curaçao lizenziert sind. Diese sind natürlich auch größtenteils seriös, agieren jedoch international in Regionen, die nicht immer Online Glücksspiel legal erlaubt haben. Der Zugang online ist dennoch möglich und das kann im Klage-verwöhnten Markt der USA schon mal zu kostspieligen Konsequenzen führen.

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