Playtech Investor

Playtech Investor Gopher Investments erklärt sich bereit die Break Fee Strafe in Millionhähe zu zahlen, wenn Aktionäre und Vorstand dem Finalto Verkauf zustimmen! (Bild von playtech.com)

Im Rahmen der Break Fee-Vereinbarung zwischen den israelischen Investoren der Barinboim Group und Playtech ist eine Millionensumme als Auflösungsgebühr beziehungsweise Strafzahlung vorgesehen. Diese wird fällig, sollte der Deal nicht zustande kommen und Playtech an einen anderen Investor verkaufen. Nun hat scheint sich eine solche Situation anzubahnen, denn die mit 4,67 % an Playtech beteiligte Gesellschaft aus Hongkong, Gopher Investments hat ein deutlich besseres Angebot abgegeben und eine Verschiebung der Aktionärsversammlung erwirkt, um die Abstimmung zum vorliegenden israelischen Angebot vorerst auszusetzen. Im Zuge dessen hat Gropher angedeutet, dass zum Kaufpreis von Finalto noch einmal 10 Millionen Dollar draufkommen, um die Breakup fee an das Konsortium, das von der Barinboim Group angeführt und von Leumi Partners und Menora Mivtachim Insurance unterstützt wird zu bezahlen.

Finalto entwickelt sich zum lukrativen Handelsobjekt

Bei den Verhandlungen zur Übernahme von Finalto, die eigentlich als abgeschlossen galt und nur noch von den Aktionären abzusegnen ist, haben sich die Investoren aus Israel wohlüberlegt eine Breakup fee Klausel sichern können. Diese dient eigentlich dazu, konkurrierende Angebote fern zu halten oder für die bisherigen Aufwendungen entschädigt zu werden, insofern das Geschäft nicht zustande kommt und ein später hinzugestoßener Interessant den Deal zu Ende bringt. Als einer der größten Aktionäre ist Playtech Investor Gopher Investments dieses Hindernis natürlich bekannt, scheint jedoch nicht auf das Vorhaben Einfluss zu nehmen. Die Perspektiven für Finalto sind dem Anschein nach so gut, dass eine knapp 10 Millionen Dollar Vertragsstrafe zu zahlen, keine Rolle spielt. Damit hat der renommierte Online Casino Entwickler und Spielehersteller theoretisch nichts zu befürchten, denn die Unkosten würde Gopher übnenehmen.

Unter dieser Maßgabe hat Gopher Investments bereits verdeutlicht, dass es Playtech eine Break Fee von 10 Millionen anbieten wird, sofern diese fällig ist. Gleichzeitig hat der Investor dem iGaming-Tech-Giganten eine Vertagung der ursprünglich für den 15. Juli 2021 angesetzten Hauptversammlung vorgeschlagen, um dem Vorstand und den Aktionären die Möglichkeit zu geben, die jüngsten Entwicklungen des Finalto Verkaufs weiter zu berücksichtigen. Am 2. Juli 2021 veröffentlichte Gopher jedoch ein unverbindliches, nicht bindendes, bedingtes Angebot zur Übernahme von Finalto für 250 Millionen Dollar, woraufhin Playtech eine mögliche Vertagung der Hauptversammlung um zwei Wochen auf den 29. Juli ankündigte.

Bereits Anfang des Jahres gab Playtech den seit langem angekündigten Verkauf seiner Finanzhandelsabteilung für bis zu 210 Millionen Dollar an ein Konsortium unter der Führung der Barinboim Group bekannt, hinter dem die Leumi Partners und die Menora Mivtachim Insurance stehen. Sollte nun das höher dotierte Angebot den Zuschlag erhalten, greif die Break Fee Klausel des bestehenden Arrangements mit Barinboim und eine Auflösungsgebühr von bis zu 10 Millionen Dollar ist fällig.

Playtech Investor setzt auf die Hauptversammlung

Der bestehende Reverse Breakup Fee setzt voraus, dass der Vorstand seine derzeitige Empfehlung, Gopher zu unterstützen ändert und letztlich die Übernahme verhindert. Die Strafe wird fällig, wenn Gopher nicht innerhalb von drei Wochen, nachdem Playtech vollständigen Zugang zur Due-Diligence-Prüfung erhalten hat, einen Kaufvertrag mit Playtech über die Übernahme von Finalto abschließt. Dies ist schlussendlich Bestandteil des vor über einem halben eingeleiteten Übernahmeverfahrens der Akquisition von Finalto und zwar zu Bedingungen, die abgesehen vom Preis im Wesentlichen denen entsprechen, die mit dem von der Barinboim Group geführten Konsortium vereinbart wurden.

Nach Abschluss einer solchen Vereinbarung scheitert die Transaktion an der Nichterfüllung einer aufsichtsrechtlichen Bedingung, ausgenommen einem Verschulden von der Playtech Seite. Darüber hinaus unterliegt sie der Bedingung, dass sich das Unternehmen ordnungsgemäß mit Playtech Investor Gopher auseinandersetzt und angemessen und in gutem Glauben handelt, und wäre nicht zahlbar, wenn das Unternehmen anschließend eine Transaktion für Finalto mit einer dritten Partei abschließt.

Finalto entwickelt sich prächtig und könnte weite Geld in die Playtech Kasse spülen, das Unternehmen will sich jedoch auf das Glücksspiel mit Live Casinos und Automatenspielen konzentrieren. Gleichzeitig auf dem Finanzmarkt zu agieren birgt zu viele Risiken, vor allem da die USA zunehmenden in den Fokus rückt, wo das ganze Unternehmen wegen kleinster Verfehlungen haftbar ist.

Playtech Investor bietet mehr als in der Break free Klausel steht

Playtech hat sich bereits offiziell zur aktuellen Lage geäußert, die abgesehen von der sich aufbauenden Brisanz unter den Interessenten auch deutlich zeigt, dass sich Finalto gut entwickelt hat. In einer Pressemeldung erklärte das Unternehmen: „Der Umfang der von Gopher vorgeschlagenen Break Fee liegt wesentlich über der Break Fee von 8,8 Millionen Dollar, die Playtech unter Umständen an das Konsortium zahlen müsste, wenn Finalto zu den aufgerufenen Bedingungen von Gophers Angebot verkauft wird. Dieses Angebot spiegelt das Vertrauen von Gopher in seine Kompetenz wider, die Transaktion zu den in dieser Ankündigung dargelegten Bedingungen zum Abschluss zu bringen.“

Zuvor informierte Playtech bereits Aktionäre zum sich anbahnenden Bieterwettstreit: „Wie bereits angekündigt sind sowohl Playtech als auch das Konsortium an die im Rahmen der SPA (verbindliche Vereinbarung) vereinbarten Beschränkungen gebunden, wozu auch gehört, dass keine Verhandlungen mit Dritten über eine potenzielle Transaktion zum Verkauf von Finalto aufgenommen werden, wie es bei Transaktionen dieser Art üblich ist. Um Zweifel zu vermeiden, ändert die Vertagung der Hauptversammlung nichts an diesen Einschränkungen.“

Letzten Ende ist der aktuell vorliegende Vorschlag von Gopher nicht bindend und zudem an eine Reihe von Bedingungen gebunden, daher kann es keine Gewissheit geben, dass die von Gopher anvisierte Transaktion zur Unterzeichnung oder zum Abschluss kommen wird. Auf der anderen Seite steht das seit gut einem halben Jahr bestehende Angebot des Konsortiums, welches unterzeichnet und verbindlich ist. Es fehlt derzeit einzig noch die Zustimmung der Aktionäre und der Aufsichtsbehörden, so dass es keine Gewissheit geben kann, dass das Angebot des Konsortiums zum Abschluss kommt. Das wäre die einzige Option, den Verkauf an eine weitere Partei zu vermitteln, ohne dabei den Break free zahlen zu müssen.

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