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Wer macht Caesars das beste Angebot für William Hill Europa – Apollo, 888 Holdings, Entain, Betfred oder zerschlägt die CMA den Deal? (Bild von williamhill.com)

Offener Schlagabtausch zwischen Schwergewichten der Glücksspielindustrie und einer Investment Holding um die William Hill Anteile in Europa spitzt sich zu! Es zeichnet sich ab, dass sich die namhaften Konzerne Entain, 888 Holdings und Apollo Global Management eine Milliardenschlacht liefern, um die William Casinos wie Mr Green, die Wettportale und nicht zuletzt das Filialnetzwerk an Wettgeschäften in Großbritannien zu übernehmen. Am Ende könnte das am 19. Mai 2021 offiziell gewordene Interesse von Entain an William Hill einen Bieterstreit mit 888 und Apollo auslösen, den vorher niemand auf dem Zettel hatte. Profitieren wird davon der neue amerikanische Eigner Caesars Entertainment, für den die rund 4,0 Mrd. US-Dollar schwere Übernahme zum Schnäppchen werden könnte, wenn sich die Interessenten für das Europageschäft gegenseitig überbieten.

Wie viel Wert ist William Hill in Europa?

Anfang April 2021 wurde William Hill von Caesars Entertainment für rund 4 Mrd. US-Dollar übernommen, wobei Caesars es forciert innerhalb von einem Jahr die europäischen Anteile zu veräußern, um durch den Deal entstandene Dahrlehns über 2 Mrd. US-Dollar tilgen zu können. Die Transaktion hat Caesars zum Eigentümer eines der weltweit führenden Wett- und Glücksspielunternehmen gemacht und gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, die Chancen im Bereich Sportwetten und Online-Glücksspiel in den USA zu maximieren. Einige Marktanalysten haben sich bereits zum drohenden Wettstreit um die Marke William Hill gemeldet, die Meinung scheint nicht weit auseinander zugehen.

Die meisten halten das Interesse von Entain an den europäischen Geschäftsteilen von William Hill für eine unerwartete Entwicklung und rechnen damit, dass die britischen Regulierungsbehörden durchaus ein Wörtchen bei einem möglichen Deal mitzureden haben könnten. Der Betreiber Entain ist als Anwärter auf den Erwerb von William Hill in Europa aufgetaucht, Monate nachdem die Organisation im Januar ein Übernahmeangebot von MGM Resorts International abgelehnt hatte. Diese Nachricht ist eine eher überraschende Entwicklung, da die meisten Branchenbeobachter davon ausgegangen sind, dass ein Verkauf von Caesars William Hill Europageschäften höchstwahrscheinlich in einer Aufteilung enden würden.

In der Annahme, dass die CMA mögliche Markt- oder Wettbewerbsprobleme anprangern könnte, wäre Aufsplittung in Wettshops und Online-Casinos mit Roulette, Blackack, Slots und Co sowie Wettangebote die einfachste Option, um den Deal zu beschleunigen. Insbesondere, da die zwei Interessenten 888 Holdings und Entain ohnehin weitgehend im Internet aktiv sind. Hingegen ist Apollo breiter aufgestellt, will jedoch anscheinend wie die beiden anderen Bewerber das volle Potenzial abschöpfen.

Ein Deal scheint sich in jedem Fall anzubahnen jedoch wird die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) einen Blick auf jeden potentiellen William Hill Interessenten werfen, denn obwohl sich die britische Gaming-Landschaft online und offline in den letzten zehn Jahren stark verändert hat, wird die Behörde immer noch berücksichtigen müssen, eine Monopolstellung auf beiden Seiten zu vermeiden.

Weitreichende Folgen für anstehende Fusionen

Mit Entain ist nun neben Apollo und 888 ein weiterer finanzkräftiger Bieter aufgetaucht, der als Eigentümer von Ladbrokes und Coral weitere Marktanteile in Großbritannien gewinnen könnte. Mit einem so großen Marktanteil könnte Entain jedoch auf einige regulatorische Probleme stoßen, wenn oder falls William Hill komplett übernommen wird. Kürzlich hat Entain auch die schwedische Gaming-Firma Enlabs AB übernommen und prüft auch die Option, die Vermögenswerte der australischen Tabcorp Holdings aufzukaufen, was ein 2,7 Milliarden US-Dollar Deal bedeuten würde.

Berichten zufolge ist Apollo Global Management nicht nur an William Hill interessiert, sondern gilt auch als ein Kandidat für die bevorstehende Übernahme in Australien. Apollo und Entain kämpfen derzeit um ein erfolgreiches Gebot für Tabcorp, aber dies ist ein Kampf, bei dem Analysten der Meinung sind, dass Entain die Oberhand hat, aufgrund des Mangels an Erfahrungen von Apollo im Rennsport. Es hat also den Anschein, dass die William Hill als Objekt der Begierde einen neuen Bieterkrieg zwischen diesen beiden Unternehmen auslösen könnte und sogar noch mehr, da es Gerüchte gibt, dass der Betreiber Betfred ebenfalls interessiert ist.

Betfred als Wettanbieter und Online Live Casino Betreiber verfügt über eine starke Präsenz in Großbritannien hinsichtlich Wettbüros. Hierbei war das Unternehmen bereits Nutznießer bei der Fusion von Ladbrokes mit Coral. Die CMA stimmte der Zusammenschluss damals nur zu, wenn ein Teil der Wettshops verkauft wird, um ein Monopol zu vermeiden. Genau dieser Umstand der Monopolsituation könnte auch bei der aktuellen Bieterschlacht zu einer Aufteilung führen.

Caesars Entertainment hat mit seinem offenkundigen Interesse und der Umsetzung des Kaufs von William Hill eine Lawine in Gang gesetzt, die am Ende sogar mehr Geld in die Kassen beim Verkauf des Europageschäfts spülen könnte als anfangs gedacht. Gerade die Online Live Casinos von William mit der starken Marke Mr Green haben 2020 und 2021 kräftig zugelegt und ungeachtet des verlustreichen Geschäftsjahres im Wettbusiness einen guten Gewinn erzielen können.

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