Las Vegas Sands

Steigt Glücksspielriese Las Vegas Sands in das Rennen um Playtech ein? (Bild von

Nach dem Rückzug von Gopher Investments aus dem sich anbahnenden Gerangel um Playtech hat Aristocrat einstweilen die besten Karten. Zwar hat sich mit JKO Play und dem ehemaligen Formel 1 Boss Eddie Jordan ein weiterer ernst zu nehmender Interessent angemeldet, doch bisher ist kein offizielles Angebot eingegangen. Jetzt bahnt sich jedoch eine Sensation an, denn Las Vegas Sands könnte dem vor Monaten angekündigten Schritt in die Welt des Online-Glücksspiels mit ein paar Milliarden sofort unternehmen. Liquide ist der Konzern aus Las Vegas, der mittlerweile fast ausschließlich sein Geld in Asien mit Casinos in Singapur und Macau verdient und mit Playtech in den eigenen Reihen gibt es die geballte Ladung Know-how, um vor allem ohne Zeitverlust auf dem sich öffnenden heimischen Markt der USA Online-Spielhallen und Live Casinos durchzustarten.

Der perfekte Deal für Las Vegas Sands

Eigentlich galt Las Vegas Sands lange Zeit als der größte Verfechter des traditionellen Glücksspiels. Dies hat der Macher der Marke – Sheldon Adelson immer wieder überaus deutlich gegenüber den Medien kommuniziert. Mit dem Ableben des Geschäftsmanns hat die neue Führung aber relativ schnell einen neuen Weg eingeschlagen. Hierzu hat die Redaktion von Live Casino Central bereits ausführlich im Juli 2021 berichtet. Der plant sieht vor, sukzessive in den Online Casino Markt zu investieren, dabei aber eher im Hintergrund aufzutreten. Ein Las Vegas Sands Online Casino wird es also zumindest vorerst nicht geben.

Die Technologien und Casino Software hat es der Führungsebene angetan und genau aus diesem Grund erscheint Playtech als seriös auftretendes Unternehmen eine nützliche Erweiterung zu sein. Der Las Vegas Sands Chef Robert Goldstein hat sich bereits im Frühjahr zum Thema Online-Glücksspiel geäußert und betont, dass sich intern damit beschäftigt wird. Es ist vor allem wichtig, den Einstieg profitabel zu gestalten, investieren und keine Profite erwirtschaften, das kommt nicht für das Casino-Schwergewicht in Frage. Er hat auch deutlich gemacht, dass eine Übernahme durchaus in Betracht gezogen wird, um eine Las Vegas Sands Software zu entwickeln, die den Einstieg in den landesweiten Wettmarkt in den USA ermöglichen würde.

Playtech bringt im Grunde genommen alles mit, was Las Vegas Sands benötigt. Selbst die Technologie für den terrestrischen Markt ist vorhanden. Wettterminals werden über das italienische Standbein Snaitech betrieben und es besteht sogar eine Partnerschaft mit Novomatic in den USA. Wettportale im Internet stattet Playtech ebenfalls aus. Darüber hinaus ist das eigene Live Casino interessant und selbstverständlich die vielen Online Slots, Live Spielautomaten und die progressiven Jackpots. Ein Komplettpaket, was sich Las Vegas Sands durchaus leisten könnte. Darüber hinaus würde der Konzern verhindern, dass mit Aristocrat ein Konkurrent in den USA und in Asien nicht an Reichweite und Qualität gewinnt.

Noch ist es nur ein Gerücht, doch für Las Vegas Sands scheint es zumindest von den Rahmenbedingungen her der perfekte Deal zu sein. Aktuell wird Playtech mit rund 2,7 Milliarden Pfund bewertet und sollte es zu einem Bieterkrieg kommen und das Paket auf über 3 Milliarden Pfund ansteigen, dann ist das für LVS kein Problem. Interessenten wir Aristocrat Leisure und JKO Play Limited mit Keith O’Loughlin (ehemals Scientific Games) und Eddie Jordan (bekannt aus der Formel 1) müssen sich jetzt schon, um Investoren bemühen. Die finanziellen Möglichkeiten bei Las Vegas Sands mit über 220.000 Mitarbeitern auf der Welt sehen da ganz anders aus.

Erster Interessent ist bereits raus

Gopher Investments zieht sich aus dem Rennen um die Übernahme von Playtech zurück. Der Großaktionär hat nach Prüfung der Unterlagen einen Rückzieher gemacht, obwohl der Deal zur Übernahme von Finalto unlängst reibungslos verlaufen ist. Erst im Oktober hat Gopher öffentlich sein Interesse bezüglich einer möglichen Übernahme von Playtech bekundet. Finanzielle Einzelheiten des Angebots wurden nicht bekannt gegeben, aber Sky News berichtete, dass eine Offerte von bis zu 3 Milliarden Pfund im Raum steht.

Daraufhin erhielt Gopher Zugang zu Due-Diligence-Informationen, um die Bedingungen für ein mögliches Übernahmeangebot auszuloten, das daraufhin unterbreitet werden könnte. Playtech wurde jedoch inzwischen darüber informiert, dass die Investmentfirma nicht mehr beabsichtigt, ein Angebot zu unterbreiten. Mit der Entscheidung von Gopher, sich aus dem Rennen um die Übernahme des gesamten Playtech-Geschäfts zurückzuziehen, bleiben der australische Spielautomatenhersteller Aristocrat und JKO Play, als einzige im Rennen.

Aristocrat hat im Oktober der Übernahme von Playtech im Wert von rund 2,70 Milliarden Pfund zugestimmt und bleibt damit der Spitzenreiter. Letzte Woche hat JKO einen ersten Versuch unternommen, das Unternehmen zu übernehmen, und hat Zugang zu Due-Diligence-Informationen erhalten. Das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit Centerbridge Partners über institutionelle Schulden und strukturierte Kapitalfinanzierung zur Finanzierung einer möglichen Übernahme. Playtech wies darauf hin, dass sich die Gespräche mit JKO in einem frühen Stadium befinden und dass es nicht sicher ist, dass die vorläufige Annäherung von JKO zu einem festen Angebot führen wird.

Angesichts des konkurrierenden Angebots erklärte Playtech, dass es weiterhin mit Aristocrat zusammenarbeitet, um die empfohlene Übernahmevereinbarung, die im Oktober getroffen wurde, umzusetzen. Der Anbieter weist darauf hin, dass der behördliche Genehmigungsprozess planmäßig verläuft und die Übernahme bis zum zweiten Quartal 2022 des nächsten Jahres abgeschlossen werden soll. Es ist also noch Zeit für Las Vegas Sands ein verbessertes Übernahmeangebot für Playtech einzureichen.

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