Las Vegas Sands

Las Vegas Sands – ein neues Schwergewicht steigt in den Online-Glücksspielmarkt ein! (Bild von cafef.vn)

Las Vegas Sands ist eine der größten Marken der internationalen Casino-Landschaft. Das Unternehmen hat über viele Jahre von Innovator Sheldon Adelson profitiert. Er war Schirmherr beim Kauf des Sands Hotels in Las Vegas in den 80er-Jahren, das den Grundstein legte, um das Las Vegas Sands Imperium aufzubauen und dem US-amerikanischen Unternehmer mit Wurzeln in Litauen und der Ukraine dauerhaft einen Platz auf der Forbes-Liste sicherte. Unter ihm wurden legendäre Casinos gebaut wie das Venetian Resort Hotel, welches am berühmten Las Vegas Strip gelegen ist oder The Palazzo. Mit dem Tod von Urgestein Sheldon Adelson Anfang Januar 2021 im Alter von 87 Jahren ist er zur Legende aufgestiegen und hat seine Innovationskraft dem Unternehmen vererbt, das nun neue Wege im Online-Glücksspiel gehen möchte.

Las Vegas Sands erkannte das Potenzial Asiens

Ende der 90er-Jahre hatte das Konsortium um Sheldon Adelson bereits erkannt, dass die Zukunft in Asien liegt. Das Milliardenvolk der Chinesen giert nach Unterhaltung und fokussiert hierbei das Glücksspiel. Die Sonderzone Macau hatte bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts das Glücksspiel legalisiert, jedoch unter strengen staatlichen Restriktionen einer Monopolstellung. Erst Mitte der 60er-Jahre entwickeln sich hierbei einige Spielstätten im Stil des Westens, die Regulierung war allerdings noch sehr streng und für Investoren aus dem Ausland aufgrund des Monopols nicht vorgesehen. Das änderte sich kurz nach der Jahrhundertwende, was Las Vegas Sands sofort ausnutzte und damit begonnen hat, massiv in Asien zu investieren.

Als erstes Unternehmen aus den USA wurde bereits im Jahr 2004 das Hotel Casino Resort Sands Macao eröffnet, dessen Umsätze die in Nevada angesiedelten Spielcasinos längst überholt hat. Mittlerweile gibt es das Venetian Macao und direkt daneben steht das zu Las Vegas Sands gehörende Four Seasons Hotel. Der Schachzug, Asien in den Fokus zu nehmen, hat sich mehr als ausgezahlt. Von Peking aus sind es knapp 3 Stunden mit dem Flieger und schon warten Live Roulette, Blackjack, Baccarat und Co auf die Besucher. Natürlich gibt es auch typisch asiatische Spiele wie Fan Tan, Andar Bahar und das Würfelspiel Sic Bo in den Las Vegas Sands Casinos. Mit dem Marina Bay Sands in Singapur hat die Gruppe zusätzlich ein Meisterwerk der Architektur gebaut und dafür über 5 Milliarden Dollar investiert. Das Projekt der Superlative mit einem 146 Meter Infinity-Pool, der sich über drei Hochhäuser erstreckt, gilt als eines der profitabelsten Einzelcasinos der Welt und trägt mittlerweile bis zu 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Singapur bei.

Das ist für Chinesen natürlich ebenfalls interessant, wobei die Anreise beschwerlicher ist als mal eben ein Abstecher nach Macau. Auf dem Festland sind etwaige Glücksspiele verboten und Reisen in südostasiatische Gefilde, wo Casinos für Chinesen geöffnet haben, nicht so schnell und nicht immer ohne Visa möglich. In Vietnam Casinos, Kambodscha, Singapur und nicht zuletzt den Philippinen, einer der Hotspots für das Glücksspiel chinesischer Touristen, braucht es schon etwas mehr Zeit, um das Spiel mit Echtgeld auskosten zu können. Die Investition in Macau hat sich mehr als gelohnt und Las Vegas Sands dazu gebracht, das US-Geschäft zu verkaufen und sich nur noch auf den asiatischen Markt zu konzentrieren und ganz neu auch das Online-Glücksspiel in Angriff zu nehmen.

Las Vegas Sands

Das teuerste Las Vegas Sands Projekt Asiens: Marina Bay Sands Singapore (Bildquelle: Dirk Heseman auf Unsplash)

Im März 2021 entschloss sich das Unternehmen dazu, die Immobilien in Las Vegas an die Investorengruppe Apollo Global Management Inc. und einen Real-Estate-Investment-Trust für etwa 6,25 Milliarden Dollar zu verkaufen. Damit bestätigte das Unternehmen die Gerüchte der letzten Jahre sich aus dem Glücksspielzentrum Las Vegas zurückzuziehen, um sich auf sein Kerngeschäft in Asien zu konzentrieren.

Online-Glücksspielmarkt das nächste große Ziel

Der B2B iGaming-Markt ist eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder der Welt. Asien ist hierbei die stärkste Region, wobei sich auch in Nordamerika durch liberalere Gesetze ein großer Markt öffnet. Die Las Vegas Sands Konkurrenz ist hierbei längst mittendrin. MGM betreibt eigene Portale und Caesars Entertainment hat sich für ein paar Milliarden aus der Portokasse den britischen Traditionsbuchmacher gekauft, wobei das Geschäft in Europa derzeit zum Verkauf steht und die 888casino Eigner sowie Entain als Betreiber von Ladbrokes, Coral und bwin und auch andere Unternehmen bereits Interesse an einer Übernahme gezeigt haben.

Las Vegas Sands will mit der Gründung eines Investmentteams in den Online-Glücksspielmarkt einsteigen. Unter der Leitung von Davis Catlin, der nach 14 Jahren bei Sands Capital Management zum Unternehmen stößt, wird Las Vegas Sands ein strategischer Investor in digitale Spieltechnologien werden, der sich vor allem auf den B2B-Bereich konzentriert. LVS-Gründer Sheldon Adelson war ein lautstarker Gegner des Online-Glücksspiels, aber der neue Kopf des Unternehmens Robert Goldstein deutete das Potenzial für einen Schritt in den Online-Bereich bereits während eines Gesprächs im Januar an – kurz nach Adelsons Tod – inmitten von Gerüchten, dass das Unternehmen den Verkauf seiner Las Vegas Immobilien in Betracht zieht.

Gegenüber dem Branchenmagazin CDC Gaming Reports erklärte LVS Chairman und CEO Robert Goldstein bereits im April ausführlich die Gedankenspiele von Las Vegas Sands bezüglich des Online-Glücksspiels. Einen kleinen Auszug haben wir für Sie vorbereitet: „Sands ist entschlossen, seine Führungsposition in der Branche auszubauen und will dies durch strategische Schritte erreichen, von denen wir glauben, dass sie das Unternehmen am besten für zukünftiges Wachstum positionieren. Digitales Glücksspiel und andere verwandte Angebote befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung, und wir glauben, dass es eine hervorragende Gelegenheit für uns gibt, in die Technologien zu investieren, die entwickelt werden.“

Des Weiteren erkläre er: „Wir glauben, dass die Plattform, die Expertise und die finanziellen Ressourcen unseres Unternehmens zusammen mit dem von Davis geleiteten Investmentteam sinnvolle Möglichkeiten bieten, um Investitionen zu tätigen, die dem Unternehmen langfristig erhebliche Vorteile bringen. Und so wie unsere integrierten Resorts nicht an einem Tag erbaut wurden, glauben wir, dass diese Investitionen in die digitale Glücksspieltechnologie, indem wir geduldig sind und langfristig investieren, bedeutende Renditen für das Unternehmen und seine Aktionäre bringen werden.“

Das Las Vegas Sands nun den Online-Einstieg forciert hängt letzten Endes mit der Marktentwicklung zusammen. Terrestrisches Glücksspiel ist rückläufig und wurde durch Corona zusätzlich ausgebremst. Ein weiterer Grund ist das Ableben von Frontmann Sheldon Adelson, der sich stark für die Verschärfung von Glücksspielgesetzen gegenüber Online Casinos in den USA eingesetzt hat. Las Vegas Sands hat aktuell dennoch nicht vor selbst als Betreiber zu fungieren, wie es MGM und Caesars Entertainment vormachen. Der Plan sieht vor in die Softwareentwicklungen zu investierten und die Marke weiterhin im stationären Sektor zu forcieren.

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