Curaçao Lizenz

Welche Auswirkungen auf das Online-Glücksspiel hat der neue Regulierungsauftrag der Curaçao Lizenz auf das Online-Glücksspiel? Wir klären auf! (Bilder von curacao-egaming.com & Chickenonline auf Pixabay)

Die winzige niederländische Insel in der Karibik ist aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten. Fehlende Touristen aufgrund der Abriegelung und eine nachlassende wirtschaftliche Aktivität bringen die Regierung zunehmend in Bedrängnis. Im Rahmen des Abkommens mit den Niederlanden, das zur Sicherung der Stabilität der Insel beiträgt, ist das Land gezwungen, Änderungen an der Curaçao Lizenz vorzunehmen, die sich weltweit auf das Online-Glücksspiel auswirken werden. Damit hat Curaçao dem Druck der Niederlande nachgegeben und einer Verschärfung der Lizenzbestimmungen für Konzessionsinhaber und Anwärter beim Online-Glücksspiel zugestimmt, um den Rettungsanker zu erhalten.

Hilfspaket im Gegenzug für EU-Standards

Im November 2020 gab die niederländische Regierung bekannt, dass gemeinsam mit den Amtskollegen in Curaçao eine Vereinbarung über neue Maßnahmen und Strukturreformen getroffen wurde. Dadurch erhält der Karibikstaat vom großen Bruder aus Europa die notwendigen Mittel, um finanziell, wirtschaftlich und administrativ stabiler aufgestellt zu sein. Schlussendlich ist in absehbare Zeit noch keine Rückkehr zur Normalität planbar, solange die Welt unter Covid-19 Einschränkungen leidet.

Im ersten Schritt ist vorgesehen, dass das Curaçao Gaming Control Board eine neue unabhängige Regulierungsbehörde bildet. Deren Aufgabe wird es sein, die digitale Glücksspielindustrie zu beaufsichtigen und Lizenzen an interessierte iGaming-Betreiber zu vergeben. Die neue Aufsichtsbehörde wird bis zum 1. März 2021 eingerichtet und einsatzbereit sein, wie es die Niederlande im Zuge der Verhandlungen zum Hilfspaket bekannt gab.

Wie sich die Änderungen der Curaçao Lizenz auf das Online-Glücksspiel auswirken?

Es gibt drei Herausforderungen, die auf die neugestaltete Behörde 2021 zukommen. Dabei geht es in erster Linie darum, die Curaçao Lizenz in ihren Grundsätzen näher an die europäischen Standards heranzuführen. Dazu gehört eine engere Zusammenarbeit mit den Ländern, wo Live Online Casinos mit Live Dealer Spielen und Automatenangeboten aktiv sind. Die karibische Behörde hat sich bereit erklärt, dafür zu sorgen, dass seine lizenznehmenden Unternehmen in Übereinstimmung mit den Gesetzen und Bestimmungen der Länder handeln, auf die sich ihre Geschäftstätigkeiten konzentrieren.

Ferner wird der Inselstaat sicherstellen, dass alle Glücksspiellizenznehmer ihre erforderlichen Steuern und Gebühren abführen. Damit müssen auch die letzten in Deutschland aktiven Live Casinos, die eigentlich bis zur staatlichen Lizenzierung, im Gegensatz zu Online Slots und Poker verboten sind, vorerst schließen. Für die Niederlande ist das Credo klar, die Curaçao eGaming Lizenz soll mehr den Erwartungen der EU-Länder entsprechen, als es bisher der Fall war. Im ersten Schritt sind die folgenden drei Punkte durch die Behörde umzusetzen:

  • Erhöhung der Kosten für Master-Lizenzen
  • Abschaffung von untergeordneten Lizenzen
  • Lizenzen dürfen nicht mehr durch Master-Lizenznehmer vergeben werden
  • Prävention gegen Spieler-Targeting
  • Verstärkte Aufsicht und Inspektion von Online-Casinos

Die Lizenz wird durch strengere Regularien etwas schwieriger zu erhalten sein, insbesondere für neue Betreiber in Schwellenländern, die in letzter Zeit aus dem Markt gedrängt wurden. Aber auch die Lizenz selbst gewinnt an Bedeutung.

Bestandteil des Wirtschaftshilfepakets

Die Insel Curaçao gilt für viele als Steuerparadies und profitiert von der Tatsache, dass die Insel innerhalb des Königreichs der Niederlande liegt, das der EU angehört, aber selbst nicht den Beschränkungen und Gesetzen der Europäischen Union unterliegt. Nicht zu vergessen, dass es sich auch um eine ausgesprochen malerische Karibikinsel handelt, die den gleichen Standard hat wie das Festland, aber viel weniger düstere Tage als Amsterdam oder Den Haag. Abgesehen davon ist Curaçao aber auch auf den Finanzsektor, den Tourismus und zu einem großen Teil auf die Ölraffinerien in Venezuela angewiesen, die alle im Jahr 2020 bis zu einem gewissen Grad zum Erliegen gekommen sind. Dies zwang das Land, das Festland um Hilfe zu bitten.

Dies nahm die Niederlande zum Anlass auf die Behörden vor Ort einzuwirken und ein Hilfspaket zu schnüren, das an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Eine davon ist die Einführung geltender EU-Standards für das Regulierungssystem der Curaçao Glücksspiellizenz. Zu diesen Vorschriften gehören Beschränkungen im Bankwesen, beim Glücksspiel und bei der Erbringung von Dienstleistungen, die in einigen Ländern als rücksichtslos angesehen werden können. Und obwohl so einzelne Geschäftsbereiche ein wenig eingeschränkt werden, zielen die Gesetze darauf ab, mehr Vertrauen in Unternehmen mit Sitz in Curaçao zu setzen.

Beeinträchtigung lokaler Märkte durch neue Curaçao Lizenz

Die geänderten Regeln betreffen weltweit zahlreiche lokale Märkte, wo die Curaçao Lizenz bisher über eine gute Reputation verfügt. Doch hier will die EU in Person der Niederlande ihre Macht demonstrieren und ihre Auffassung vom Online-Glücksspiel durchsetzen. Es wird daher vor allem Unternehmen treffen, die im Finanz- und Online-Glücksspielsektor mit der Insel verbunden sind. Ein gutes Beispiel ist Australien, wo es die meisten Spieler anteilig zur Bevölkerung in der Welt gibt, hier herrscht ein reger Online-Glücksspielbetrieb, der weitgehend durch die Lizenz von Curacao gesichert ist.

Die Niederlande sind von Online-Glücksspielen unter Curaçao Lizenz nicht so stark betroffen, da viele dieser Regeln für lokale Spieler bereits eigenstaatlich durchgesetzt wurden. Der Finanzsektor in Curaçao betrachtet dieses Modell jedoch mit Argwohn und rechnet mit einer Abwanderung zahlungskräftiger Unternehmen der Gaming-Branche. Damit würden weniger seriöse Regulierungsbehörden wie die Online Casino Lizenz aus Belize, die innerhalb von 24 Stunden beantragt werden, international expandieren.

Neue unabhängige Regulierungsbehörde

Die erste Forderung der Niederlande im Rahmen des Pakets ist die Bildung einer neuen und proaktiven Regulierungsbehörde, die nicht nur die neuen Lizenzen erteilt, sondern auch überwacht, dass die Betreiber die darin festgelegten Regeln einhalten. Das war bisher ein großes Manko, da vor allem große Unternehmen Master-Lizenzen kauften und diese dann an Online Casino Anbieter weiter vergeben haben. Eine strukturierte Kontrolle ist somit vonseiten der regulierenden Behörde nicht möglich. Um die Kontrollmittel zu verschärfen und eine konsequente Überwachung umsetzen zu können, müssen die Online Casino Lizenzen mehr Geld einbringen.

Dementsprechend ist eine Erhöhung der bisherigen Kosten von 35.000 Dollar auf 134.000 Dollar vorgesehen. Es wird keine Möglichkeit mehr geben, die Curaçao Lizenz an Dritte zu verkaufen und somit ein Casino Lizenzgeschäft im privaten Sektor zu betreiben. Darüber hinaus soll es wie bei Lizenznehmern der Malta Gaming Authority bei Verstößen auch die Möglichkeit geben, Sanktionen einzuleiten, die bis zum Verlust der Lizenz führen können. Insgesamt sollen Unternehmen dazu bewegt werden, alle Regeln zu befolgen und sich an höhere Spielstandards zu halten, wodurch die Lizenz selbst wertvoller und sicherer wird.

Die Lizenzvergabe wird etwas strenger gehandhabt

Die Online Casino Anbieter, die eine Lizenz für Curacao wollen, müssen nun beweisen, dass sie finanziell in der Lage sind, ein ehrliches Glücksspielgeschäft zu betreiben und ihre Jackpots und Hauptpreise ohne Verzögerungen auszuzahlen. Außerdem müssen die Anbieter die gängigen EU-Standards befolgen, welche auch den Datenschutz ihrer Kunden regeln. Aber da die meisten seriösen Betreiber dies bereits umsetzen, um Zugang zu den europäischen Märkten zu erhalten, dürfte eine solche Änderung keine größeren Auswirkungen haben. Vielmehr werden Unternehmen ausgesiebt oder dazu gezwungen, sich an die Datenschutz-Richtlinien zu halten.

Curaçao Lizenz Verbot der gezielten Spielerwerbung

Eine gezielte Vorgehensweise gegenüber Kunden, die bekannt sind, große Summen einzusetzen, um diese zum Beispiel mit einem Casino Bonus Angebot dazu zu verleiten, noch mehr Geld zu investieren, ist gemäß der EU-Glücksspielverordnung verboten. Ab sofort müssen alle Inhaber der Curaçao Lizenz über proaktive Instrumente verfügen, die verhindern, dass deren Kunden über ihrem Niveau Geld beim Online-Glücksspiel ausgeben.

Darüber hinaus werden Änderungen der IP-Adresse und des Verhaltens des Spielers eine Überprüfung erforderlich machen, um Daten- oder Identitätsdiebstahl zu verhindern. Des Weiteren wird im Gegensatz zu der bisherigen Praxis die neue Behörde in Curaçao einen praxisorientierteren Ansatz gegenüber den Lizenzinhabern verfolgen. Die Institution wird regelmäßige Tests, Inspektionen und Informationsanfragen durchführen, um sicherzustellen, dass alle Online Casinos mit Lizenz die neuen Regeln ordnungsgemäß umsetzen.

Mehr Gemeinsamkeiten mit der Malta Lizenz

Im Vergleich zu einer von der Malta Gaming Authority erteilten Lizenz hat die Curacao Lizenz innerhalb der Branche einen eher zweitklassigen Ruf. Das liegt vor allem daran, dass Malta ein offizieller EU-Staat ist und somit unter der EU-Gesetzgebung regiert wird. Damit einhergehen gewisse Grundwerte, die der Casino-Lizenz ein seriöses Antlitz verleihen.

In Anbetracht der neuen Vereinbarungen ist es jedoch wahrscheinlich, dass die Veränderungen dazu beitragen werden, dass die Curaçao Lizenz global an Reputation gewinnt und in vielerlei Hinsicht mit der maltesischen Konzession gleichzieht. Dies wird das Vertrauen der Lizenzinhaber stärken und deren Kunden die Gewissheit geben, dass sie beim Online-Glücksspiel bestens geschützt sind.

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