Playtech

Playtech verzeichnet im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von 25 %! (Bild von playtech.ir.production.investis.com)

Playtech hat die Auswirkungen der anhaltenden Gesundheitskrise auf sein Geschäft im Jahr 2020 dokumentiert. Der Umsatzrückgang im B2B- und B2B-Bereich führte zu einem konzernweiten Minus von 25 Prozent. Damit schließt die Unternehmensgruppe das Jahr 2020 mit einem Umsatz von 1,07 Mrd. Euro ab, gegenüber dem Vorjahr 2019, wo noch 1,44 Mrd. Euro zu Buche standen, ist das ein Umsatzverlust von rund 370 Mio. Euro. Dennoch gibt es positives zu vermelden, so haben die Bereich Online-Spielautomaten, Bingo und vor allem auch das Playtech Live Casino ein Umsatzplus von 30 Prozent erwirtschaften können. Erfreulich ist zudem die Umsetzung der US-Strategie mit Lizenzen in New Jersey und Michigan sowie gut anlaufenden Partnerschaften mit bet365 und Entain sowie langfristig ausgelegten strategische Abkommen mit Parx Casinos und Novomatic America.

Corona-Pandemie hinterlässt Spuren

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben stark von der anhaltenden Gesundheitskrise betroffen, was vor allem auf die Absage von Sportevents weltweit zurückzuführen ist. In diesem Kontext kam es vielerorts zur Einstellung von terrestrischen Einrichtungen, was zu massiven Umsatzeinbußen geführt hat. Hierbei ist das Glücksspiel-Tech-Unternehmen auch weiterhin sehr vorsichtig, was die Erholung des stationären Geschäfts und damit einhergehenden Prognosen angeht. Ein Umsatzrückgang von 10,6 Prozent auf 494,8 Mio. Euro gegenüber 553,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2019 war im B2B-Glücksspielsegment von Playtech zu spüren, was laut dem Unternehmen vor allem auf die Auswirkungen von Schließung von Wettgeschäft vor Ort zurückgeht.

Dieser Geschäftsbereich nimmt gut die Hälfte des Gesamtumsatzes des Konzerns ein und hat durch einen Rückgang dieser Umsätze um 51 Prozent zu erheblichen Verlusten beigetragen. Der Umsatz der Glücksspielgruppe in Asien ging ebenfalls um 28 Prozent zurück, was auf die schwerwiegenden Auswirkungen der Pandemie in der Region sowie auf nicht branchenspezifische Restriktionen bei der Zahlungsabwicklung geschuldet ist.

Insgesamt sank das B2B-Kerngeschäft um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr, jedoch berichtet das Unternehmen, dass sein digitales Segment im Vergleich zu 2019 währungsbereinigt um 30 Prozent zugelegt hat, angetrieben von den Geschäftsbereichen Online Casino, Live Casino, Bingo und Online-Poker.

Playtech mit größtem Umsatzminus in Italien

Wie schon im letzten Jahr schreibt Snaitech tiefrote Zahlen auf dem italienischen Markt. Insgesamt ging das B2C-Glücksspiel um 33,7 Prozent zurück, was einem Umsatz von 596,5 Mio. Euro entspricht. Im Jahr 2019 verbuchte Playtech hierbei noch ein Wachstum und erzielte satte 900,5 Mio. Euro. Den größten Fall erlebte Snaitech als Betreiber von gut 2.000 Wettbüros in Italien mit einem Umsatzrückgang von 37 Prozent auf 522,5 Mio. Euro, wo im Vorjahreszeitraum noch 829,7 Mio. Euro erwirtschaftet wurden. Dafür konnte das White-Label-Geschäft zumindest einen moderaten Anstieg um acht Prozent auf 55 Mio. Euro gegenüber 51,1 Mio. Euro aus dem letzten Abrechnungszeitraum 2019 erzielen, wobei auch hier der Geschäftszweig mit den Sportwetten um drei Prozentpunkte zurückging.

Snaitech wurde laut Playtech durch die Schließung von stationären Wettannahmestellen in Italien und den rückläufigen Sportveranstaltungen im Laufe des Jahres 2020 stark beeinträchtigt. Das White-Label-Segment mit der Entwicklung eigenständiger Online-Plattform wurde hingegen von einer herausragenden Leistung der Marke Sun Bingo angetrieben, welches ein Wachstum von 32 Prozent zu verzeichnen hat. Das ist ein Anstieg von 40,7 Mio. Euro von 2019 auf 53,8 Mio. Euro im Jahr 2020.

Auf konzernweiter Basis sank das bereinigte EBITDA um 32 Prozent auf 253,6 Mio. €. Der Abschluss 2019 verbuchte hierbei noch 375,3 Mio. Euro, damit verfehlt Playtech die vorherige Schätzung vom Januar 2021, die einen Wert von mindestens 300 Mio. Euro suggerierte.

Playtech liebäugelt mit Finalto Verkauf

Die Finanzdienstleistungssparte der Playtech Gruppe, Finalto, ehemals TradeTech, hat im letzten Jahr ein berauschendes Ergebnis hervorgebracht. Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen überlegt der Konzern jedoch seit geraumer Zeit sich vom Trading-Geschäft zu trennen und das Hauptgeschäft des Glücksspiels weiter zu forcieren. Mit einem erzielten Jahresumsatz von 121,9 Mio. Euro, was einem Wachstum von 80 Prozent entspricht, und ein bereinigtes EBITDA von 56,4 Mio. Euro. Das entspricht einem Plus von 623 Prozent. Dabei verfolgt Playtech seine Strategie der Verkleinerung innerhalb der Unternehmensgruppe, um sich auf das Kerngeschäft Glücksspiel zu konzentrieren. Aus diesem Grund führt der Konzern weiterhin Gespräche über einen möglichen Verkauf der Abteilung.

Bereits im ersten Halbjahr 2020 konnte Finalto mit herausragenden Geschäftszahlen überzeugen und hat somit den Finanzbericht ein wenig verschönert. Langfristig will Playtech dennoch das Gaming Business forcieren und sich daher „verschlanken“, um die Ressourcen entsprechend für die Hauptgeschäftsfelder nutzen können.

Ausblick in die Zukunft stimmt positiv

Mor Weizer, CEO von Playtech, hat die getroffenen Maßnahmen erklärt, die sicherstellen sollen, dass der Konzern nach der Pandemie in einer möglichst starken Position ist: „Angesichts des herausfordernden wirtschaftlichen Rahmens hat Playtech im Jahr 2020 eine solide finanzielle Leistung erbracht, wobei die Auswirkungen durch COVID-19 auf das gesamte bereinigte EBITDA durch schnelle Maßnahmen des Managements begrenzt wurden. Noch wichtiger ist, dass Playtech weiterhin bedeutende strategische Fortschritte erzielt hat, was die Gruppe gut positioniert, um vom Aufschwung zu profitieren und die spannenden Marktchancen zu nutzen. Mit dem gemeinsamen Markteinstieg von bet365 und Entain im Jahr 2020 hat Playtech hervorragende Fortschritte auf dem strategisch sehr wichtigen US-Markt verzeichnet.”

„Der Spielraum für weitere Entwicklungen ist beachtlich, weshalb die Playtech Gruppe kürzlich Vereinbarungen mit den Greenwood geführten Parx Casinos bekannt gab, um unsere Produkte in vier Bundesstaaten zu lizenzieren. Parallel dazu hat Playtech seine Position in Lateinamerika weiter ausgebaut. Caliente ist weiterhin auf dem Vormarsch, und es wurden neue strukturierte Vereinbarungen in Guatemala, Costa Rica und Panama abgeschlossen. Playtech hat auch mehr als 100 neue Marken zu seinem SaaS-Angebot im Jahr 2020 hinzugefügt.”

Für das Jahr 2021 vermeldet Playtech einen guten Start im Januar und Februar vor dem Hintergrund der anhaltenden Schließungen in bestimmten Märkten, wobei doe RNG und Live Casino online Spiele in den Bereichen B2B und B2C bereits eine starke Performance aufweisen. Mittelfristig konzentriert sich der Glücksspielkonzern in erster Linie darauf, stark aus dem COVID-19-Zeitalter hervorzugehen. Playtech will sich gut positionieren und die sich bietenden Chancen in wichtigen Regionen nutzen, wobei die USA als entscheidender Bereich mit  dem größten Expansionspotenzial ausgelobt wurde. Mehr über die Expansionsvorhaben und den Jahresabschluss 2021 finden Sie hier.

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