TTB Partners Limited

TTB Partners Limited gibt Pläne zur Übernahme von Playtech auf! (Bild von Playtech)

Die asiatische Boutique-Investmentfirma TTB Partners Limited hat Berichten zufolge bekannt gegeben, von seinem Kaufinteresse gegenüber Playtech zurückzutreten. Im Rahmen der unterverbindlichen Kaufabsichtserklärung hat das Unternehmen aus Asien als einer der größten Aktionäre des bekannten Entwicklers von Online-Casinospielen wie Age oft he Gods und Quantum Roulette erklärt, zunächst die Konditionen einer Übernahme bewerten zu wollen. Wie nun öffentlich wurde, nimmt das Unternehmen Abstand davon, ein verbindliches Kaufangebot zu unterbreiten und begründet diese Entscheidung mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen. Zuvor hatte Playtech ein entsprechendes Angebot des australischen Großkonzerns Aristocrat Leisure Limited in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar abgelehnt. Die jüngste Entscheidung des potenziellen Käufers ist nach monatelangen Gesprächen gefallen und wurde noch vor dem offiziellen Stichtag für ein offizielles Angebot am 17. Juli bekannt gegeben.

TTB Partners Limited schreckt vor schlechten Marktbedingungen zurück

Der in Hongkong ansässige Investor hat am Donnerstag, dem 14. Juli 2022 seine Pläne für ein Übernahmeangebot für den britischen Anbieter von Online Casino Software Playtech aufgegeben. Die herausfordernden Bedingungen auf dem Markt lassen kein Deal in dieser Größenordnung zu. Parallel dazu sind die Playtech Aktien mehr als 18 Prozent eingebrochen und haben nunmehr als 30 Prozent nachgegeben, seitdem ein Konsortium unter der Leitung des ehemaligen Formel-1-Teamchefs Eddie Jordan im Januar ebenfalls von einem Übernahmeangebot zurückgetreten ist. Zuvor fand das wohl vielversprechendste Kaufangebot von Aristocrat bei den Aktionären keine Zustimmung. Schon im Oktober 2021 ging ein Übernahmeangebot von Aristocrat Leisure Limited mit Hauptsitz in Sydney bei Playtech ein. Die Offerte war auf etwa 9,17 Dollar für jede Aktie des Entwicklers ausgerichtet.

Dieses Angebot wurde jedoch abgelehnt, nachdem es nur 56 Prozent der Aktionäre unterstützten, was unter der erforderlichen Schwelle von 75 Prozent lag. Am 14.07.2022 ist eine Aktie nur noch knapp 5 Dollar wert. Die Investment- und Beratungsfirma TTB Partners, der drittgrößte Aktionär von Playtech, hatte im Namen einer ungenannten Investorengruppe einen weiteren Übernahmeversuch unternommen, kündigte aber an, dass sie kein Angebot abgeben werde. Playtech, das nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von Online-Glücksspiel- und Sportwetten-Software ist, hatte seit Anfang des Jahres Interesse an einer Übernahme geweckt.

Grund dafür ist die Tatsache, dass Unternehmen versuchen, von dem durch die Pandemie ausgelösten Boom bei Online-Gaming zu profitieren. Die Investment- und Beratungsfirma TTB Partners Limited ist zugleich der drittgrößte Aktionär von Playtech. Gemeinsam mit einer bislang ungenannten Investorengruppe ist der durch Vorstände des Softwareanbieters angeschobene Übernahmeversuch unternommen unter der aktuellen Weltlage nicht möglich, weshalb kein Angebot abgeben wird. Playtech, das nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von Online-Glücksspiel- und Sportwetten-Software ist, weckt seit vielen Monaten das Interesse an einer Übernahme. Grund dafür ist die Tatsache, dass Unternehmen versuchen, von dem durch die Pandemie ausgelösten Boom bei Online-Gaming zu profitieren.

In einer Erklärung von TTB Partners Limited heißt es: „TTB Partners Limited unterstützt weiterhin den Vorstand, das Managementteam, die Strategie für Playtech und die Aussichten für das Unternehmen. TTB Partners Limited beabsichtigt auch die Bemühungen des Vorstandes um eine Maximierung des Aktienwertes zu unterstützen.“

Unruhige Zeiten sorgen für abnehmendes Kaufinteresse

Nach großen Übernahmen von William Hill International durch die 888 Group oder der Light & Wonder (früher Scientific Games) Kauf von Authentic Gaming scheinen etwaige Deals vorerst vorbei. Außer bei Branchenprimus Evolution, wo sich die Gruppe mal eben mit 340 Millionen Euro NoLimit City geleistet hat. Außerdem ändern sich die politischen Rahmenbedingungen für das Echtgeld Casino Spielangebot in vielen Ländern. Großbritannien als Vorzeigemarkt legt die Regeln immer strenger aus und schreckt nicht vor gravierenden Geldstrafen zurück. Auch sich öffnende Märkte wie Deutschland stellen für Provider und Casino Anbieter eine echte Herausforderung dar. Die immer weiter um sich greifenden Restriktionen im Zusammenspiel mit einer angespannten Wirtschaftslage schrecken Unternehmen davon große Investitionen bei Übernahmen zu riskieren.

Sowohl Playtech CEO Mor Weizer als auch der ehemalige CEO und jetzige Investor Tom Hall hatten sich im Februar an TTB Partners gewandt und ihr Interesse an einer Beteiligung an der Investorengruppe bekundet. Nach einem Rekordergebnis im Jahr 2020 sind in diesem Jahr mehrere Transaktionen gescheitert. Die Anlegerstimmung hat sich aufgrund der galoppierenden Inflation und des andauernden Russland-Ukraine-Konflikts, der zu Spannungen in der Lieferkette geführt hat, verschlechtert und die Investitionen gebremst. Anfang dieser Woche hat das australische Unternehmen Zip Co Ltd. eine Übernahme des US-Rivalen Sezzle Inc. ebenfalls aufgrund der angespannten Wirtschaftssituation aufgeben müssen. Playtech zeigt sich jedoch zuversichtlich über die positiven langfristigen Aussichten der Gruppe und hat im Rahmen der Umsatzerwartung für das erste Halbjahr einen Gewinn von über 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Playtech Chief Executive Mor Weizer und Ex-Playtech Chef Investor Tom Hall erklärten gemeinsam:„Herausfordernde globale Wirtschafts- und Marktbedingungen, die im Februar nicht vorhanden waren, machten es unmöglich, die richtige Struktur für ein neues Unternehmen zu schaffen.“

Das Unternehmen TTB Partners Limited hat zwar nicht die Absicht, ein Gebot für Playtech abzugeben, an dem es einen Aktienanteil von 4,97 Prozent hält, aber Berichten zufolge hat seine Tochtergesellschaft Gopher Investments vor Kurzem ein 250-Millionen-Dollar-Geschäft für die Finalto-Finanzsparte abgeschlossen. Damit ist es dem auf der Isle of Man ansässigen Glücksspielanbieter gelungen, sich von einem Bereich zu trennen, der nicht mehr zur neuen Firmenphilosophie gehört. Die Übernahme wurde im September vereinbart und anschließend von den Vorständen beider Unternehmen einstimmig genehmigt.

Playtech will sich fortan ausnahmslos der Softwareentwicklung für Online-Glücksspiel widmen und auch das Engagement bei den Sportwetten beibehalten. Zuletzt haben bereits die Live Casino Gameshows um Titel Adventures Beyond Wonderland und Who Wants to Be A Millionaire Roulette für Aufsehen unter den Spielern gesorgt. Mor Weizer, Chief Executive Officer von Playtech, hob seinerseits die ausgezeichneten Finanzzahlen seines Unternehmens hervor und erklärte, der Vorstand sei weiterhin „sehr zuversichtlich, was die positiven langfristigen Aussichten angeht“. Die erfahrene Führungskraft erklärt außerdem, dass Playtech über eine starke Dynamik verfüge und dank der Beliebtheit seiner Angebote direkt für Endkunden sowie im B2B-Bereich im ersten Quartal einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mehr als 99 Millionen US-Dollar erzielt habe.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 7.000 Mitarbeiter in Niederlassungen an gut zwei Dutzend Standorten und deckt mit seinen Produkten alle wichtigen Bereiche des Glücksspiels ab einschließlich Sportwetten, Bingo und Poker. Bei den Automatenspielen ist Playtech seit Jahren führend, mittlerweile ist sind auch die Live Casino Angebote gefragt mit innovativen Spielideen für exklusive Online-Unterhaltung. Das Gesamtpaket dürfte entsprechend bei einem weiteren Übernahmeversuch nicht günstiger werden, gleichwohl die Wertpapiere unter der Marktsituation leiden.

Zur aktuell positiven Umsatzentwicklung erklärt Mor Weizer im Finance Magnates Artikel: „Diese Leistung spiegelt die Qualität unseres marktführenden Technologieangebots sowie die harte Arbeit und das Engagement unseres talentierten Teams wider. Wir sind weiterhin zuversichtlich, was unsere langfristigen Wachstumsaussichten und insbesondere unsere Fähigkeit angeht, von den strukturierten Vereinbarungen zu profitieren, die Playtech bereits den Zugang zu neu eröffneten Glücksspielmärkten ermöglichen.“

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