US-Glücksspielkonzerne

Preissteigerung für US-Glücksspielkonzerne: DraftKings scheitert mit 20 Milliarden-Paket an Enatin Übernahme! (Bilder von draftkings.com & entaingroup.com)

DraftKings beendet Entain Übernahmegespräche und hat den Entschluss gefasst, kein formelles Angebot für das umfangreiche Markenportfolio des europäischen Konsortiums abzugeben. Innerhalb des börsennotierten Konzerns aus England, zu denen bekannte Marken wie bwin und CasinoClub gehören, zeigt sich die Führungsebene gewissermaßen zuversichtlich in Bezug auf die ambitionierten Wachstumsaussichten und skizziert bereits Zukunftspläne als unabhängiges Unternehmen. Zwischen Zeilen ist zu erkennen, dass durchaus Freude aufkommt, den erneuten Übernahmeversuch durch US-Glücksspielkonzerne abgewehrt zu haben. Gleichwohl sich der Kaufinteressent selbst gegen ein konkretes Übernahmeangebot für den britischen Glücksspielkonzern Entain entschieden hat. Das Interesse wird jedoch nicht schwinden, denn Entain ist mit MGM Resorts durch eine gemeinsame Internet-Tochter BetMGM verbandelt und der Erfolg weckt in der Branche Begehrlichkeiten.

US-Glücksspielkonzerne kaufen sich in Europa stark

Zuletzt wurde das Traditionsunternehmen William Hill zerschlagen. Der britische Buchmacher blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück und ist durch das Interesse diverser US-Glücksspielkonzerne nicht mehr das, was es einmal war. Caesares Entertainment hat für ein rund 3,2 Milliarden Euro alles übernommen und für etwas um die 2,5 Milliarden Euro, die europäischen Geschäfte nach einem heiß umkämpften Bieterwettstreit, an die 888 Holdings verkauft. Entain selbst soll neben CVC Capital Partners wozu tipico gehört selbst an den William Anteilen interessiert gewesen sein. Doch der zunächst aufgerufene Preis von Caesares von 1,5 Milliarden Pfund legte im Wettstreit noch mal um 700 Millionen Pfund zu.

US-Glücksspielkonzerne wie Caesares haben entsprechend mit William Hill ein Schnäppchen gemacht und von dem Interesse anderer Wettbewerber in Europa profitiert. Gleiches wäre wohl auch für Entain der Fall gewesen, denn DraftKings hat es in erster Linie auf die Marktanteile der konkurrierenden Wettplattform sowie den Casino Spielangeboten von BetMGM in den USA abgesehen. Am Ende hat es nicht geklappt und DraftKings hat bekannt gegeben, dass es eine Übernahme von Entain nicht weiter verfolgen wird. Der in den USA ansässige Glücksspielanbieter hat sich nach weiteren Gesprächen mit dem Vorstand von Entain dazu entschlossen, kein verbindliches Angebot abzugeben. DraftKings erklärte am Dienstag (26.10.2021), dass sich wie auch andere US-Glücksspielkonzerne vorbehält in der Zukunft ein verbindliches Angebot abzugeben, sofern sich die Umstände wesentlich ändern sollten.

Der Aktienkurs von DraftKings legt direkt zu

Der Aktienkurs hat sich um 5 Prozentpunkte nach oben bewegt, als die Information öffentlich wurde, dass es zu keinem Übernahmeangebot durch DraftKings für Entain kommt. Ein Deal in zweistelliger Milliardenhöhe ist schließlich auch eine starke Belastung und kann an der Börse nach hinten losgehen, wenn nicht schnell Erfolg messbar ist. Fakt ist auch, dass Entain als Eigentümer zahlreicher namhafter Glücksspielmarken, darunter Ladbrokes, bwin, PartyPoker, SlotClub in Deutschland, Coral und Sportingbet sich nicht unter Wert verkaufen lässt. Außerdem ist das Unternehmen neben MGM Resorts International Miteigentümer der Marke BetMGM. Das ist der eigentliche Grund, warum US-Glücksspielkonzerne starkes Interesse an Entain hegen. Wettportale, Online Slots und Live Casinos sowie auch Poker-Plattformen in Europa sind weniger von Bedeutung.

Jason Robins, CEO von DraftKings, erklärte, dass der Betreiber weiterhin Vertrauen in seine Marke und Technologie hat. Er glaubt, dass das Unternehmen gut positioniert ist, um „seine Führungsposition zu halten und die langfristigen Wachstumspläne auf dem schnell wachsenden nordamerikanischen Markt zu verwirklichen“.

Entain ist kein Schnäppchen für US-Glücksspielkonzerne

Als Reaktion auf die Entscheidung von DraftKings, ein Übernahmeangebot nicht weiter zu verfolgen, betonte Entain seine Zuversicht hinsichtlich seiner Zukunftsaussichten als unabhängiges Unternehmen. In einer Erklärung gab der Vorstand des Unternehmens an: „Entain hat eine herausragende Wachstumsbilanz mit 23 aufeinanderfolgenden Quartalen mit zweistelligem Wachstum bei den Bruttospielerträgen aus den Online-Geschäften, was einer dreijährigen Wachstumsrate von 19 Prozent im Jahr 2021 entspricht.“

Das Unternehmen wird nun versuchen, seine bestehenden Marktpositionen zu stärken, in den USA zu expandieren und in Märkten zu wachsen, die neu reguliert werden. Entain plant außerdem, in neue Bereiche wie den eSports-Markt vorzudringen und hat hierfür mit Unikrn einen Deal erzielen können, um weiterhin Kunden zu gewinnen und zu binden. Damit steht fest, dass US-Glücksspielkonzerne in Zukunft tief in Tasche greifen müssen, um die Führungsetage und Aktionäre eins soliden wachsenden Unternehmens wie Entain, eine Übernahme schmackhaft machen zu können.

Zwei Übernahmen aus den USA abgewehrt

Im September unterbreitete DraftKings zwei unterschiedliche informelle Angebote, um Entain zu übernehmen. Die erste Offerte belief sich auf 25 Pfund pro Aktie in Form eines Angebots zur Übernahme in Form von Barmitteln und Aktien. Der Vorstand von Entain lehnte dieses Übernahmeangebot ab, woraufhin DraftKings die Zahlen überarbeitete und auf 28 Pfunde pro Aktie den Kaufpreis erhöht hat. Damit wäre Entain auf der Grundlage des Aktienkurses stand 30. Juni 2021 mit 16,4 Milliarden Pfund bewertet worden, das entspricht rund 19,5 Milliarden Euro.

Keines dieser Angebote wurde als verbindlich angesehen, so dass die Frist für Draftkings zur Abgabe eines verbindlichen Angebots ursprünglich bis zum 19. Oktober verlängert wurde. Diese Deadline wurde zwar um eine Woche verlängert, aber letztlich doch kein verbindliches Angebot unterbreitet. Zum Zeitpunkt der Fristverlängerung wollte Entain von DraftKings mehr Klarheit in Bezug auf die Wertschöpfung für die Aktionäre und die potenzielle Beziehung zu Entains gemeinsamem Partner MGM Resorts International. Mit dem gemeinsam die Marke BetMGM für Sportwetten, Slots, Live Roulette und Co in den USA betrieben wird.

Außerdem wollte Entain mehr Informationen über die Managementstruktur des fusionierten Unternehmens und die Möglichkeit, dass die Übernahme regulatorische und kartellrechtliche Hindernisse überwinden kann. Die Führungsebene erzielt schließlich gute Gehälter und würde bei einer Übernahme wahrscheinlich zu großen Teilen ihre Tätigkeit aufgeben müssen. Für Entain war dies nicht der einzige Übernahmeversuch, der im Jahr 2021 durch US-Glücksspielkonzerne abgewehrt werden konnte. Im Januar unterbreitete MGM Resorts International ein Angebot in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar für das Unternehmen der iGaming-Branche. Dieses wurde jedoch abgelehnt, da Entain der Ansicht war, dass dieses Angebot das Unternehmen unterbewertet. Daraufhin lehnte es MGM Resorts ab, sein Angebot zu erhöhen.

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