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Playtech gibt seine USA-Pläne für Caliplay auf! (Bild von @alecimages Unsplash)

Mit Blick auf die sich verschlechternden Bedingungen auf dem Finanzmarkt hat Playtech seine Absicht aufgegeben, sich von seiner Beteiligung an dem mexikanischen B2C-Joint-Venture Caliplay zu trennen. Zuvor hatte das Glücksspielunternehmen bekannt gegeben, dass es Gespräche mit dem Joint-Venture-Partner Caliente Interactive aufgenommen hat. Dabei ging es um die Fusion von Caliplay mit einer neuen Mantelgesellschaft (Special Purpose Acquisition Company), um das Gemeinschaftsunternehmen im Anschluss an die Börse zu bringen. Durch den Krieg in der Ukraine und Corona-Nachwehen sind die Börsen jedoch derzeit kein kalkulierbarer Hafen für eine solche Investition. Damit ist der Start von Caliplay im ersten Schritt mit Online Sportwetten auf dem expandierenden US-Markt erst einmal vom Tisch.

Playtech setzt Caliplay Börsenpläne vorerst aus

Im Frühjahr galt es noch als ein wesentlicher Faktor im Rahmen der Interessenten für eine Playtech Übernahme, das amerikanisch-mexikanische Joint Venture über einen Börsengang in den USA online zu bringen. Seither hat sich auf der Welt viel geändert. Der Russland-Ukraine-Krieg ist hierbei ein Faktor, der alles auf den Kopf gestellt hat. Playtech hatte seine Investoren über die mögliche Transaktion mit dem mexikanischen Glücksspielunternehmen Caliente informiert, die es Caliplay ermöglichen würde, auf den US-Markt zu gelangen.

In einer Ankündigung von Chris McGinnis, Playtech Director of Investor Relations & Strategic Analysis, weist der Gaming-Konzern darauf hin, dass ein potenzieller Caliente-Deal Teil einer aktiven Untersuchung von Optionen zur Maximierung des Aktionenwertes sowohl im B2B- als auch im B2C-Geschäft ist. Die mögliche Transaktion in Bezug auf eine Vereinbarung mit Caliente würde es Caliplay ermöglichen, in den USA einzusteigen, wobei der Wettanbieter zunächst im Vordergrund steht und Online Casinos erst später folgen würden.

Um die Rahmenbedingungen in den USA erfüllen zu können, wäre die Einbindung einer in den USA börsennotierten Special Purpose Acquisition Company (SPAC) notwendig geworden. In aktuellen Playtech Updates hat das Unternehmen erklärt, dass sich die Kapitalmarktbedingungen seit der ursprünglichen Erwägung der Transaktion „erheblich verschlechtert“ haben und die Transaktion daher nicht in der gleichen Weise weiterverfolgt werden kann. Playtech fügt jedoch hinzu, dass es „weiterhin alternative Möglichkeiten mit dem Caliplay-Management prüft, um ein eigenständiges US-Glücksspielgeschäft unter der Marke Caliente aufzubauen, das sich auf die hispanische Gemeinschaft in den USA konzentriert“.

Während viele Parameter gegen einen schnellen Börsengang in den USA sprechen, haben die Playtech Umsatzzahlen zuletzt mit dem ersten Quartalsergebnis überzeugen können und das Unternehmen zu folgendem Statement verleitet: „Diese Dynamik im gesamten Unternehmen gibt dem Vorstand großes Vertrauen in die Aussichten des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2022 und darüber hinaus sowie in die Fähigkeit des Unternehmens, seinen Aktionären einen erheblichen Gewinn zu bringen.“

TTB Partners wegen Caliplay abgesprungen?

Durchaus möglich, dass sich das asiatische Konsortium hinsichtlich der allgemeinen Lage zurückgezogen hat und auch vor dem Hintergrund, dass dieses Wachstum orientierte Handeln in den USA so schnell nicht zu realisieren ist. TTB Partners, der drittgrößte Anteilseigner des Unternehmens, plante, die Übernahmegespräche fortzusetzen, gab jedoch kürzlich bekannt, dass es seine Pläne zur Übernahme des Online-Glücksspiel- und Sportwettenanbieters aufgibt. Das in Hongkong ansässige Investment- und Beratungsunternehmen begründete seine Entscheidung mit den herausfordernden Marktverhältnissen.

Dennoch gehen die Gespräche der beiden Parteien mit der Special Purpose Acquisition Company (SPAC) und ihren Gesellschaftern über die alternative Möglichkeit weiter. Letztlich befinden sich die Unternehmen in der Lösungsfindung noch in einem frühen Stadium, was bedeutet, in den nächsten Monaten könnte es noch zu einer entsprechend Geschäftsvereinbarung kommen. Eine alternative Lösung für Caliplay ist also immer noch möglich.

Für die Planung der Transaktion müssen sich jedoch die Bedingungen verbessern. Unter der Maßgabe, dass der S&P 500 seit seinen Höchstständen zu Beginn des Jahres 2022 um mehr als 17 % gefallen ist, wird es wohl keine Übereinkunft geben. Während das Caliplay SPAC-Geschäft nicht zustande kommt, arbeitet Playtech nach eigenen Angaben weiterhin an der Schaffung eines Geschäftsbereichs, der sich an hispanische Kunden in den USA richtet und die Marke Caliente verwendet, die in Mexiko Marktführer ist.

Hierzu ist auch interessant, dass Eddie Jordan (Ex-Formel 1 Boss) nach einer gescheiterten Übernahme wohl einen zweiten Versuch überdenkt. Schließlich hatte das letzte Pferd im Übernahmerennen mit TTB Partners erst im Juli 2022 bekannt gegeben, dass es Playtech aufgrund einer „schwierigen Marktsituation“ nicht übernehmen wird. Das zu Jordan gehörende JKO Play als Investment Firma mit Ausrichtung auf die USA könnte womöglich durch das vorhandene Netzwerk von Nutzen sein, um die Marke Caliente an den Start zu bringen

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Screenshot Caliente Casino Mexico mit Playtech Live Casino

Der Playtech Vorstand erklärt die Situation wie folgt in der Pressnachricht: „Insbesondere die B2B-Performance des Unternehmens wurde durch eine sehr starke Dynamik in Nord- und Südamerika angetrieben, einschließlich Caliente und anderer strukturierter Vereinbarungen zusätzlich zu einer starken Performance im gesamten B2B-Geschäft. Snaitech hat exzellente Ergebnisse erzielt, die durch das Online-Geschäft, die Erholung des Einzelhandels und positive Ergebnisse im Sportbereich getragen wurden. Diese Dynamik im gesamten Unternehmen gibt dem Vorstand großes Vertrauen in die Aussichten des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2022 und darüber hinaus sowie in die Fähigkeit des Unternehmens, einen erheblichen Wert für seine Aktionäre zu schaffen.“

Die Mitteilung kommt kurz nachdem der potenzielle Käufer TTB Partners bekannt gegeben hat, dass er entgegen dem anfänglichen Interesse kein Angebot zur Übernahme von Playtech abgeben wird. Das TTB-Angebot wurde vom Playtech-Chef Mor Weizer unterstützt und war zustande gekommen, nachdem die Playtech-Aktionäre ein Angebot des australischen Spielautomatenriesen Aristocrat abgelehnt hatten. Der Vorstand beendete seine Erklärung mit Zuversicht für die Ergebnisse des zweiten Quartals, die am 22. September 2022 bekannt gegeben werden. Im weiteren Verlauf des Jahres wird Playtech eine Investorenveranstaltung abhalten, die sich auf das B2B-Segment des Unternehmens konzentrieren wird.

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